22.10.2026 – Am Europäischen Zentrum für Dispersionstechnologien (EZD) in Selb fand die offizielle Übergabe des Förderbescheids für das Forschungsprojekt KERAM-WERT statt. Die Förderurkunde wurde durch Staatssekretär Tobias Gotthardt, MdL, überreicht. Ebenfalls vor Ort war Rainer Ludwig, MdL, der mit seiner Initiative die Realisierung des Projekts maßgeblich unterstützt und begleitet hat.
Neben den politischen Vertretern nahmen zahlreiche Projektpartner aus den Bereichen Keramik, Entsorgung, Rohstoffhandel, Maschinenbau und Additive Fertigung an der Veranstaltung teil. Die hohe Beteiligung unterstreicht die Bedeutung des Vorhabens für die Region und das große Interesse der beteiligten Unternehmen an einer nachhaltigen Nutzung keramischer Ressourcen.
„Bayern ist KeramikZukunftLand. Das Projekt KERAM-WERT zeigt eindrucksvoll, wie durch den Schulterschluss von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft echte Pionierarbeit im Bereich des keramischen Recyclings geleistet wird. Das EZD in Selb beweist einmal mehr seine Rolle als Innovationsmotor für die gesamte Region. Durch die Entwicklung einer regionalen Wertstoffstrategie für technische Keramik machen wir unsere Unternehmen unabhängiger von globalen Lieferketten und zeigen, wie moderne Additive Fertigung und nachhaltiges Wirtschaften Hand in Hand gehen. Das bayerische Wirtschaftsministerium unterstützt dieses starke Netzwerk aus voller Überzeugung“, so Staatssekretär Tobias Gotthardt, MdL.
Das Projekt KERAM-WERT wird über die Mittel der Fraktionsinitiative durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert. Im Rahmen des Projektes wird eine regionale Wertstoffstrategie für technische Keramik und Porzellan im Fichtelgebirge entwickelt. Ziel ist es, Produktionsabfälle und End-of-Life-Produkte systematisch zu erfassen, materialseitig zu bewerten und für hochwertige Anwendungen – insbesondere in der Additiven Fertigung – nutzbar zu machen.
„Das große Engagement der beteiligten Unternehmen und die gute Zusammenarbeit zwischen den Partnern bestätigen die Relevanz des Projekts und stärken uns in unserem Vorhaben“, betont Dr. Felipe Wolff-Fabris, Standortleiter EZD. Das Projekt läuft vom 1. Juli 2026 bis zum 28. Februar 2027. Bereits zu Beginn der Projektlaufzeit wurden die keramischen Stoffströme in der Region über eine Umfrage systematisch erfasst. Darüber hinaus fand am EZD bereits eine Auftaktveranstaltung mit rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt, bei der die Grundlagen für die weitere Zusammenarbeit gelegt wurden. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen der keramischen Industrie bereits heute ressourcenschonend und effizient arbeiten. Viele Betriebe haben interne Rückführungs- und Wiederaufbereitungsprozesse etabliert und bestehende Verwertungswege für Nebenprodukte erschlossen. Dennoch hat die systematische Erhebung der Stoffströme ergeben, dass alle Firmen, bei denen Reststoffe entstehen, ein Interesse daran hat, diese zu verringern und einer möglichst Folgenutzung zuzuführen. Denn allein im Fichtelgebirge müssen bisher jährlich mehr als 1.000 Tonnen keramischer Reststoffe aus Porzellan und Keramik entsorgt werden. Diese großen Mengen haben sich anhand der Umfrage aus der Bemusterung ergeben und verdeutlichen das vorhandene Potenzial für neue Ansätze der Kreislaufwirtschaft.
Im Rahmen von KERAM-WERT wird am EZD untersucht, wie diese Reststoffe durch energieeffiziente Aufbereitungsverfahren zu hochwertigen Sekundärrohstoffen und innovativen Produkten weiterentwickelt werden können. Ziel ist es, geeignete keramische Reststoffe nicht zu entsorgen oder lediglich minderwertig zu verwerten, sondern sie in neue industrielle Wertschöpfungsketten zurückzuführen. Das Projekt schafft damit eine datenbasierte Grundlage für mehr Kreislaufwirtschaft, einen geringeren Ressourcenverbrauch und zusätzliche regionale Wertschöpfung. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse sollen konkrete Handlungsfelder und Empfehlungen für Unternehmen sowie weitere Akteure der keramischen Wertschöpfungskette abgeleitet werden.
Bereits jetzt konnten zahlreiche relevante keramische Reststoffe identifiziert werden. Erste Materialproben sind bereits am EZD eingegangen und werden dort umfassend charakterisiert und analysiert. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, neue Verwertungsmöglichkeiten zu erschließen und die Kreislaufführung keramischer Materialien in der Region nachhaltig zu stärken.
MdL Rainer Ludwig unterstrich nochmals seine Freude, dass auf seinen Antrag hin knapp 75.000 € aus den Fraktionsinitiativen für das Projekt KERAM-Wert zur Verfügung gestellt werden konnten. „Dies sei ein wertvoller Beitrag, Innova on und Kreislaufwirtschaft zu stärken und die regionale Wertschöpfung zu gewährleisten; dadurch eröffnen sich auch neuen wirtschaftliche Chancen und Zukunftsperspektiven für die Keramik- und Porzellanindustrie“. Das EZD bezeichnete er als bedeutenden Innovationsmotor mit weitreichender Strahlkraft. Es ermögliche den Technologietransfer in die betriebliche Praxis und ist somit eine unverzichtbare Schnittstelle zwischen spezialisierter Forschung, Wissenschaft und den Partnern der mittelständischen Betriebe bzw. Industrieunternehmen.
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