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JaS Starke Jugendhilfe vor Ort13.5.2026 - Wenn Schülerinnen und Schüler Probleme haben, zeigen sich diese oft zuerst im Schulalltag: Konzentrationsschwierigkeiten, Konflikte oder Rückzug. Genau hier setzt die Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) an – ein Angebot der Jugendhilfe, das in Bayern fest verankert ist und frühzeitig unterstützt, bevor sich Schwierigkeiten verfestigen. JaS ist eine Leistung des Kreisjugendamtes Wunsiedel.

Aktuell sind im Landkreis sechs JaS-Fachkräfte im Einsatz: an der Mittelschule Marktredwitz zwei, an den Förderzentren in Selb und Marktredwitz jeweils eine sowie je eine Fachkraft an den Mittelschulen in Wunsiedel und Selb. Drei der Mitarbeitenden sind direkt beim Kreisjugendamt angestellt, drei weitere Stellen liegen in der Trägerschaft der EJF. Eine ergänzende Förderung erfolgt durch die Regierung von Oberfranken, deckt jedoch nur noch einen vergleichsweise kleinen Teil der Personalkosten. Den überwiegenden Anteil trägt das Jugendamt – und damit die kommunale Ebene.

Doch alle Beteiligten sind sich einig: Dieser Einsatz zahlt sich aus. Jugendsozialarbeit wirkt nachhaltig. Sie stabilisiert junge Menschen frühzeitig, unterstützt Familien und entschärft Konflikte, bevor daraus größere Problemlagen entstehen. Dadurch können in vielen Fällen deutlich kostenintensivere Maßnahmen der Jugendhilfe vermieden werden. Für den Landkreis bedeutet das nicht nur eine soziale, sondern auch eine wirtschaftlich sinnvolle Investition.

Wie wirkungsvoll diese Unterstützung sein kann, zeigte sich auch bei einem Ferienprojekt an der Dr.-Franz-Bogner-Mittelschule Selb, welches von der JaS-Fachkraft Nicole Mauersberger durchgeführt wurde. Täglich trafen sich 20 Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen freiwillig um 9 Uhr in der Turnhalle und starteten mit einem gemeinsamen Frühstück in den Tag. Viele brachten selbstgebackene Kuchen mit – ein besonderes Highlight war eine Milka-Sahne-Torte eines Fünftklässlers. Im Anschluss arbeiteten die Kinder gemeinsam mit der Sozialpädagogin Nicole Mauersberger an Themen des sozialen Lernens. Nach kurzen Aufwärmspielen ging es unter anderem um Gemeinschaft, Zusammenhalt, Konfliktlösung und gewaltfreie Kommunikation. Die Gruppe entwickelte eigene Regeln für das Miteinander und setzte sich aktiv mit Teamfähigkeit auseinander. Spielerische Übungen sorgten dafür, dass die Inhalte nicht nur besprochen, sondern auch praktisch erlebt wurden. Besonders beeindruckend war, mit welcher Begeisterung und Offenheit die Kinder an den Angeboten teilgenommen haben. Dass Schülerinnen und Schüler freiwillig ihre Ferienzeit investiert haben, zeigt deutlich, wie wertvoll und gelungen dieses Projekt war.

„Die Zusammenarbeit mit Frau Mauersberger erleben wir als außerordentlich gewinnbringend. Sowohl die Schülerinnen und Schüler, als auch die Lehrkräfte profitieren in hohem Maße von ihrer Arbeit, ihrer Professionalität und ihrer positiven Art. Die Jugendsozialarbeit ist ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Schulalltags geworden und trägt wesentlich zu einem wertschätzenden und respektvollen Schulklima bei“, so die Schulleitung der Dr.-Franz-Bogner Mittelschule.

Die Arbeit der JaS-Fachkräfte besteht ansonsten überwiegend aus Einzelfallhilfe. Das bedeutet: Im Mittelpunkt stehen die individuellen Anliegen einzelner Kinder und Jugendlicher. In vertraulichen Gesprächen werden persönliche, familiäre oder schulische Belastungen aufgegriffen, gemeinsam Lösungen erarbeitet und bei Bedarf weitere Hilfen vermittelt. Ergänzend dazu gibt es gruppenbezogene Angebote wie Projekte zum sozialen Lernen.

Das Ferienprojekt zeigt exemplarisch, wie gut diese Unterstützung wirkt: Die Teilnehmenden knüpften neue Kontakte, stärkten bestehende Beziehungen und sammelten wichtige soziale Erfahrungen. Auch über den regulären Schulbetrieb hinaus war das Interesse groß – einige Lehrkräfte nahmen sich in den Ferien Zeit, um das Projekt zu besuchen und sich vor Ort ein Bild zu machen.

Jugendsozialarbeit an Schulen ergänzt damit den Unterricht sinnvoll und ist ein wichtiger Baustein moderner kommunaler Jugendhilfe – mit spürbarem Nutzen für junge Menschen und die Region insgesamt.

Die Jugendamtsleiterin Sanda Wurzel betont: „Jugendsozialarbeit an Schulen ist für uns kein `Zusatzangebot´, sondern eine grundlegende Säule der Kinder- und Jugendhilfe. Gerade das sehr erfolgreiche Ferienprojekt zeigt eindrücklich, wie wichtig verlässliche Beziehungsarbeit, niedrigschwellige Unterstützung und sinnstiftende Angebote für junge Menschen sind – auch außerhalb des regulären Schulalltags. Als Kreisjugendamt übernehmen wir bewusst die Gesamtverantwortung und der Landkreis trotz angespannter Haushaltslage den größten Finanzierungsanteil der Jugendsozialarbeit an Schulen, weil wir überzeugt sind: Frühzeitige Förderung, individuelle Begleitung und stabile Strukturen stärken nicht nur die persönliche Entwicklung der jungen Menschen und unterstützen diese bei der Nutzung von Bildungs- und Teilhabechancen, sondern wirken langfristig nachhaltig positiv für die gesamte Gesellschaft."

 

selb-live.de – Presseinfo Landratsamt Wunsiedel

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