49. Grenzland-Filmtage vom 9. bis 12. April 2026
6.4.2026 – Es ist längst Tradition: In der Woche nach Ostern heißt es in Selb und in Aš wieder „Licht aus, Film ab!”. Zum 49. Mal laden die Grenzland-Filmtage ein, Filme zu Grenzthemen – wortwörtlich und im übertragenen Sinne – zu entdecken. Über 80 Filme aus 30 Ländern, von Armenien bis Vietnam, der Austausch mit Filmschaffenden in familiärer Atmosphäre sowie das Rahmenprogramm versprechen unvergessliche Erlebnisse.
„Born to Fake" (Regie: Erec Brehmer & Benjamin Rost) eröffnet das diesjährige Festival. Der Dokumentarfilm zeichnet den Medienskandal um den Selfmade-Journalisten Michael Born nach, der in den 1990er Jahren mit gefälschten TV-Reportagen Bekanntheit erlangte. Auch der Vorfilm bewegt sich an der Grenze zwischen Fakt und Fiktion. In der Mockumentary „Paul Jannowski“ erzählt Regisseur Björn „Beton“ Warns, Gründer der Hip-Hop-Band Fettes Brot, eine deutsch-deutsche Grenzgeschichte, in der sich ein als menschliche Kanonenkugel bekannter DDR-Superstar über die Grenze in die Freiheit schießen lässt. KI weicht die Grenzen der realen Welt ebenfalls zunehmend auf. Ein Kurzfilmprogramm zu diesem Thema, läuft am Freitagabend bei freiem Eintritt in der Festivalkneipe Jungbrunnen.
Die Auswahl an Spielfilmen zeichnet sich durch hohe Internationalität und Aktualität aus. So feiert beispielsweise der finnische Film „Postcards Without Names“ (Regie: Joona Ikonen) seine Weltpremiere in Selb und „AOSHO! Voices in Bloom” aus Japan (Regie: Kyoji Yamaguchi) seine Europapremiere. Mit der kosovarisch-französischen Koproduktion „The Odyssey of Joy” kehrt Zgjim Terziqi, Gewinner des Filmpreises der Stadt Selb für den besten osteuropäischen Film 2018, zur Europa-Premiere seines Spielfilmdebüts nach Selb zurück. Inhaltlich beleuchten die Spielfilme neben einschränkenden Grenzthemen wie Verlust und Krieg ebenso befreiende Elemente wie die Macht von Musik und Humor.
Ein weiterer Höhepunkt im Programm sind zwei Spielfilme mit vietnamesischen Geschichten aus dem deutsch-tschechischen Grenzgebiet. „Lonig & Havendel“ (Regie: Claudia Tuyết Scheffel) spielt im deutschen Erzgebirge und „Summer School, 2001“ (Regie: Dužan Duong) im tschechischen Cheb. In beiden Filmen stehen junge Vietnamesen und deren Herausforderungen in anderen Kulturen im Fokus. Auch der Film „30 Kilo Heimat“ überschreitet die nahegelegene Grenze zu Tschechien. Darin teilt Christl Eibl, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Chodský Újezd bei Tirschenreuth vertrieben wurde, ihre Verlusterfahrungen und Traumata mit ihrem Enkel, dem Regisseur Michael Eibl.
Neben den Langfilmen umfasst das diesjährige Programm wie gewohnt sehenswerte Kurzfilme, Dokus und mittellange Spielfilme, auch hier mit vielen internationalen Premieren. Sie transportieren Geschichten, die bewegen: mal leise und mal lauter, durch starke Figuren oder tolle Bilder, mit Humor oder mit ernsten Worten. Zudem erwartet auch die kleinen Gäste ein abwechslungsreiches Programm. Ein Kurzfilmblock (empfohlen ab 6 Jahren) bringt verschiedene Stile und Geschichten zusammen. Der Spielfilm „Ab morgen bin ich mutig“ (FSK 0) beschäftigt sich mit dem Thema Verliebtsein und zeigt, wie dem 12-jährigen Karl die Zeit davonläuft, um eine wichtige Entscheidung zu treffen.
Das vollständige Programm gibt es auf www.grenzlandfilmtage-selb.de, weitere aktuelle Informationen rund um das Festival auf den Social-Media-Kanälen.
Gesamtüberblick über den Programmspiegel der 49. Grenzland-Filmtage in Selb und Aš 2026 >>> https://grenzlandfilmtage.filmchief.com/event-schedule?event=1
selb-live.de – Presseinfo


