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goldenes buch selb 0926321.9.2026 - Sie bewahren Erinnerungen an Staatsgäste, Künstler, Sportler, Ehrenbürger und zahlreiche weitere Persönlichkeiten: Die Goldenen Bücher der Stadt Selb sind weit mehr als Sammlungen von Unterschriften. Im Jubiläumsjahr „600 Jahre Stadt Selb“ rücken sie nun selbst in den Mittelpunkt. Am Sonntag wurde im Rosenthal-Theater eine Ausstellung eröffnet, die ausgewählte Einträge präsentiert und zugleich beide Bücher digital zugänglich macht. 

Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch bezeichnete die Ausstellung bei der Eröffnung als einen weiteren Baustein des Stadtjubiläums. Die Goldenen Bücher hielten über Jahrzehnte besondere Momente der Stadtgeschichte fest und spiegelten Begegnungen und Entwicklungen wider. Das heute als erstes Goldenes Buch bekannte Exemplar wurde bis 2009 geführt; insgesamt dokumentiert es 226 Anlässe. Ein älteres Vorgängerbuch mit Einträgen aus der Zeit des Nationalsozialismus wurde nicht weitergeführt. Seit 2009 besitzt Selb ein zweites Goldenes Buch, dessen Seiten jeweils individuell gestaltet werden können.

Für die Jubiläumsausstellung wurden 25 ausgewählte Geschichten aus unterschiedlichen Bereichen recherchiert und aufbereitet. Dafür waren neben goldenes buch selb 09264Recherchen im Stadtarchiv teilweise auch Anfragen bei weiteren Archiven und Institutionen erforderlich. In den Büchern finden sich schließlich auch Einträge prominenter Gäste aus Politik und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens.

 

Prominente Namen in den Goldenen Büchern

In den Goldenen Büchern haben sich im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche bekannte Persönlichkeiten verewigt. Dazu zählen etwa die früheren Bundeskanzler Willy Brandt und Gerhard Schröder sowie der bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Auch Persönlichkeiten aus Kultur und Sport finden sich auf den Seiten. Genannt werden unter anderem der Kabarettist Richard Rogler sowie Fußball-Bundestrainer Sepp Herberger. Die Einträge zeigen damit, wie vielfältig die Begegnungen der Stadt Selb mit Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sport über die Jahrzehnte waren.

 

Vom verschlossenen Buch zum digitalen Zeitzeugnis

Eine Besonderheit der Ausstellung ist die vollständige Digitalisierung beider Goldener Bücher. Der Selber Fotograf Markus Thoma hatte die Seiten bereits im vergangenen Jahr einzeln aufgenommen. Auf dieser Grundlage konnten die Bücher digital aufbereitet werden. Besucher können nun virtuell darin blättern und damit auch Einträge betrachten, die bislang nur einem vergleichsweise kleinen Kreis zugänglich waren. Die beiden Originalbücher sind während der Ausstellung ebenfalls unter Glas zu sehen.

Die technische Umsetzung übernahmen Mitarbeiter der städtischen IT. Dabei wurden die digitalisierten Seiten mit zusätzlichen Daten verknüpft. Dadurch soll nicht nur das Blättern von Seite zu Seite möglich sein, sondern auch die gezielte Suche nach Einträgen.

Einen eigenen Anteil an der Geschichte der Bücher hat Erwin Badmüller. Seit vielen Jahren gestaltet er Einträge mit Kalligrafie und bildnerischen goldenes buch selb 09261Elementen. In seiner Ansprache zur Ausstellungseröffnung gab er Einblicke in diese Arbeit. Badmüller erläuterte, dass Kalligrafie viel Übung verlange. Die Gestaltung beschränke sich nicht auf schöne Buchstaben: Schreibfluss, Abstände, Ausrichtung und das Zusammenspiel mit grafischen beziehungsweise bildnerischen Elementen müssten berücksichtigt werden. In seinen Ausführungen spannte er dabei den Bogen von der früheren schulischen Schönschrift über die Normschrift bis zu seiner eigenen Ausbildung und künstlerischen Arbeit.

 

Stadtgeschichte auf einzelnen Seiten

Gerade die Verbindung von Dokumentation und Gestaltung macht die Goldenen Bücher zu besonderen Zeitzeugnissen. Hinter einem Eintrag stehen nicht nur ein Name und ein Datum, goldenes buch selb 09262sondern häufig ein konkreter Anlass, ein Besuch oder ein Ereignis. Die Ausstellung greift diese Geschichten auf und ordnet ausgewählte Seiten in ihren jeweiligen historischen Zusammenhang ein.

Zugleich macht die Präsentation etwas sichtbar, das normalerweise im Verborgenen bleibt. Die Originale werden üblicherweise nicht öffentlich ausgestellt. Mit der Kombination aus Vitrinen, aufbereiteten Geschichten und digitalem Zugang können Besucher nun sowohl die Bücher als Objekte als auch ihre Inhalte näher kennenlernen.

Zur Eröffnung gehörte auch ein musikalischer Beitrag des jungen Gitarristen Simon Nothaft. Außerdem wurde für das Jubiläumsjahr ein Gästebuch eingerichtet. Besucher können darin eigene Wünsche und Glückwünsche an die Stadt hinterlassen und damit selbst einen kleinen Beitrag zur Dokumentation des Jubiläumsjahres leisten.

Die Ausstellung fügt sich damit in das Jubiläumsprogramm „600 Jahre Stadt Selb“ ein und richtet den Blick auf eine ungewöhnliche Quelle der lokalen Geschichte: zwei Bücher, deren Seiten von offiziellen Anlässen erzählen, zugleich aber auch von Menschen, Begegnungen und der künstlerischen Arbeit, mit der diese Erinnerungen festgehalten wurden.

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