29.6.2026 - Die Planungen für die neue Stadtbücherei im Neubau an der Schillerstraße nehmen weiter Form an. In der jüngsten Sitzung des Selber Stadtrates stellte Architektin Ute Sölch das Konzept für den Innenausbau der künftigen Bücherei vor. Die vorgestellten Ideen stießen auf breite Zustimmung: Der Stadtrat beschloss einstimmig, das Konzept als Grundlage für die weitere Planung zu verwenden.
Mit der neuen Stadtbücherei soll ein moderner Ort entstehen, der deutlich über die klassische Funktion einer Bücherei hinausgeht. Bücher und Medien bleiben weiterhin ein zentraler Bestandteil, gleichzeitig soll die Einrichtung zu einem Treffpunkt für unterschiedliche Nutzergruppen werden – mit Bereichen für konzentriertes Arbeiten, Lesen, Begegnung und Veranstaltungen.
Wie Ute Sölch erläuterte, wird die Bücherei künftig verschiedene Nutzungsbereiche miteinander verbinden. Vorgesehen sind sowohl ruhigere Zonen zum Lesen und Lernen als auch Flächen, die für Kinderangebote, Veranstaltungen oder gemeinschaftliche Aktivitäten genutzt werden können.
Der geplante Innenraum orientiert sich an der Struktur des Gebäudes mit zwei Flügeln entlang der Schiller- und Poststraße. Der Eingangsbereich befindet sich an der Ecke beider Straßen und soll als zentraler Anlaufpunkt dienen.
Dort ist eine markant gestaltete, rund ausgeführte Empfangstheke vorgesehen. In unmittelbarer Nähe entstehen die Kinderbibliothek sowie der sogenannte „Turm des Wissens“ mit Sachbüchern. Entlang der Schillerstraße schließen sich weitere Aufenthaltsbereiche an, darunter ein Lesecafé mit regionalem Bezug durch geplante Gestaltungselemente mit Selber Motiven sowie die Jugendbibliothek.
Im Bereich entlang der Poststraße entsteht der eigentliche Büchereisaal. Durch teilweise mobile Regalsysteme soll die Nutzung flexibel bleiben und auch künftig auf veränderte Anforderungen reagieren können.
Ein besonderes Gestaltungselement wird die treppenartig aufgebaute Tribüne am Ende des Büchereisaals. Neben Sitzmöglichkeiten entstehen dort auch Arbeitsplätze, an denen Besucher beispielsweise mit Laptop recherchieren oder lernen können.
Besonderes Augenmerk legt die Architektin (Quelle Grafik) auf den sogenannten Lesehof, der im Winkel der beiden Gebäudeflügel entsteht. Dieser Bereich soll nicht nur zum Verweilen einladen, sondern auch für Veranstaltungen genutzt werden können.
Auch der Bereich vor der Empore im Büchereisaal bietet Möglichkeiten für kleinere Veranstaltungen wie Lesungen oder Präsentationen.
Neben der räumlichen Gestaltung wurden auch Beleuchtung und Farbkonzept vorgestellt. Ziel sei es, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen und die Stadtbücherei als Ort zu gestalten, an dem sich Besucherinnen und Besucher gerne aufhalten.
Die neue Einrichtung soll technisch zeitgemäß ausgestattet werden. Geplant sind unter anderem WLAN, ein Rückgabeautomat sowie Möglichkeiten zur Selbstverbuchung von Medien.
Damit soll die Stadtbücherei den Anforderungen einer modernen Bibliothek gerecht werden und gleichzeitig ein niedrigschwelliges Angebot für unterschiedliche Altersgruppen schaffen.
Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch zeigte sich überzeugt von der vorgestellten Planung und bezeichnete die neue Einrichtung als wichtigen Baustein für Selb und die Region. Die „Stadtbücherei 3.0“, wie er es formulierte, solle künftig ein modernes Bildungs- und Begegnungsangebot bieten.
Auch aus den Reihen des Stadtrates gab es Zustimmung. Helmut Resch (CSU) würdigte insbesondere die klare Gestaltungslinie des Entwurfs und den Ansatz, die Planung innerhalb des vorgegebenen finanziellen Rahmens umzusetzen.
Mit dem einstimmigen Beschluss ist ein weiterer wichtiger Schritt für die neue Stadtbücherei getan. Die vorgestellte Planung bildet nun die Grundlage für die nächsten Phasen der Umsetzung.


