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vernissage selb 032618.3.2026 - Mit einer gut besuchten Vernissage ist am Sonntagvormittag im Rosenthal-Theater die Ausstellung „Kunst = Kapital² – Die städtische Sammlung“ eröffnet worden. Die Präsentation ist eine gemeinsame Initiative der Stadt Selb und des Kunstvereins Hochfranken und steht im Zeichen des 600-jährigen Stadtjubiläums. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich einen ersten Eindruck von der vielfältigen Kunstsammlung der Stadt zu verschaffen.

Kooperation von Stadt und Kunstverein

Zur Begrüßung hieß Sebastian Pawletta, zweiter Vorsitzender des Kunstvereins Hochfranken Selb, die Gäste willkommen. Besonders begrüßte er Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch, den zweiten Bürgermeister Carsten Henschel sowie Stadträte und weitere Vertreter aus Politik und Kultur. Pawletta hob die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Selb und dem Kunstverein hervor, die anlässlich des Jubiläumsjahres diese Ausstellung ermöglicht habe.

Sein Dank galt neben der Stadtverwaltung auch dem Team des Rosenthal-Theaters unter der Leitung von Barbara Baumann sowie den Mitarbeitenden, die bei Vorbereitung und Hängung der Werke unterstützten. Ebenso würdigte er die zahlreichen Helferinnen und Helfer des Kunstvereins, die zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben. Auch externe Unterstützer, darunter Handwerker und Helfer beim Aufbau der Präsentationsflächen, wurden in diesem Zusammenhang erwähnt.

Für den musikalischen Rahmen der Vernissage sorgte der junge Gitarrist Louis Hartmann von der Musikschule Selb. Der mehrfach ausgezeichnete Nachwuchsmusiker spielte vernissage selb 03262klassische Gitarrenstücke und erhielt dafür viel Applaus. Hartmann hatte zuletzt beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ erfolgreich abgeschnitten und sich für den Landeswettbewerb qualifiziert.

 

Kunstsammlung als kulturelles Erbe der Stadt

Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der Ausstellung im Jubiläumsjahr der Stadt Selb. Die Präsentation zeige, wie stark Kunst und kulturelle Tradition mit der Stadtgeschichte verbunden seien. Gerade im Kontext des Jubiläums werde deutlich, dass sich Zukunft nur gestalten lasse, wenn man die eigene Vergangenheit kenne.

Die städtische Sammlung sei über viele Jahre hinweg gewachsen – häufig durch Schenkungen von Künstlerinnen und Künstlern oder deren Angehörigen. Diese Werke stellten nicht nur materielle Werte dar, sondern dokumentierten auch Zeitgeschichte und das kulturelle Selbstverständnis der Stadt. Besonders hob der Oberbürgermeister den engen Bezug vieler Arbeiten zur Porzellantradition Selbs hervor, die die Stadt über Jahrzehnte geprägt habe.

 

„Kunst ist Kapital“ – Idee hinter der Ausstellung

In seiner Laudatio erläuterte Volker Seitz, Vorsitzender des Kunstvereins Hochfranken Selb und Kurator der Ausstellung, den konzeptionellen Hintergrund der Präsentation. Der Ausstellungstitel knüpft an die bekannte Formel „Kunst ist Kapital“ des Künstlers und Kunsttheoretikers Joseph Beuys an. Dabei gehe es jedoch nicht um einen rein wirtschaftlichen Wert von Kunstwerken, sondern um deren ideellen und kulturellen Reichtum.

Kunst stehe für Kreativität, Freiheit und geistiges Potenzial. Sie könne zum Nachdenken anregen und neue Perspektiven eröffnen. In diesem Sinne sei die Ausstellung „Kunst = Kapital²“ zu verstehen – als Hinweis darauf, dass kulturelle Werte eine besondere Bedeutung für das gesellschaftliche Leben haben.

Seitz erläuterte auch das kuratorische Konzept der Ausstellung. Gezeigt werden bewusst Werke aus der großen städtischen Sammlung, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind und im Depot untergebracht waren. Ziel sei es gewesen, diese Kunstwerke gewissermaßen „wachzuküssen“ und der Öffentlichkeit erneut zugänglich zu machen.

 

Vielfältige Auswahl aus rund 500 Werken

Die städtische Kunstsammlung umfasst nach Schätzungen rund 500 Einzelwerke. Für die Ausstellung wurde eine Auswahl von 48 Arbeiten getroffen, die in einer bewusst gleichberechtigten Präsentation gezeigt werden. Jedes Werk erhält den gleichen Raum und wird auf quadratischen Präsentationsflächen ausgestellt – unabhängig von Größe, Technik oder Herkunft.

Zu sehen sind Arbeiten regionaler Künstler ebenso wie Werke international renommierter Kunstschaffender. Zu den vertretenen Namen gehören unter anderem Otto Keitel und Fritz vernissage selb 03263Klee, deren Arbeiten einen engen Bezug zur Selber Porzellantradition aufweisen. Daneben finden sich auch Werke international bekannter Künstler wie Eduardo Paolozzi oder Otmar Alt.

Die Sammlung ist über Jahrzehnte hinweg entstanden. Neben Schenkungen und Nachlässen wurden in früheren Jahren auch gezielt Werke angekauft. In den 1980er- und 1990er-Jahren existierte sogar eine städtische Kunstkommission, die sich mit dem Aufbau der Sammlung beschäftigte.

 

Kunst zwischen regionaler Identität und internationalem Blick

Die Ausstellung verdeutlicht damit eindrucksvoll die Verbindung zwischen regionaler Identität und internationaler Kunst. Selb entwickelte sich im Laufe der Zeit nicht nur zu einem bedeutenden Zentrum der Porzellanindustrie, sondern auch zu einem Ort künstlerischer Begegnungen. Künstler aus verschiedenen europäischen Ländern waren in der Stadt tätig oder standen mit ihr in Verbindung.

Diese kulturelle Vielfalt spiegelt sich in der Sammlung wider und macht ihren besonderen Charakter aus. Gleichzeitig zeigt die Ausstellung, welche künstlerischen Schätze sich im Besitz der Stadt befinden.

 

Ausstellung bis Mitte April zu sehen

Das Plakatmotiv der Ausstellung zeigt einen Ausschnitt aus dem Gemälde „Wiesenfestabschluss“ von Walter Bartl aus dem Jahr 1991. Die Ausstellung „Kunst = Kapital² – Die städtische Sammlung“ ist noch bis zum 19. April 2026 im Rosenthal-Theater zu sehen.

Geöffnet ist sie donnerstags von 16 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr sowie sonntags von 10 bis 12 Uhr. An Feiertagen bleibt die Ausstellung geschlossen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Werke im Rahmen von Theater- und Konzertveranstaltungen im Rosenthal-Theater zu besichtigen.

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