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symbolbild sporthalle1.10.2026 - Der Selber Stadtrat hat die Einrichtung eines von der AfD-Fraktion vorgeschlagenen „Selber Hallenfonds“ mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Lediglich die drei Mitglieder der AfD-Fraktion stimmten für den Antrag. In der ausführlichen Diskussion verwiesen Vertreter der anderen Fraktionen insbesondere auf bereits bestehende Sportförderungen, gewachsene Sponsoringstrukturen der Vereine, einen möglichen zusätzlichen Verwaltungsaufwand und die schwierige wirtschaftliche Situation potenzieller Sponsoren.

Eine zentrale Rolle in der Debatte spielte die bereits im Juli beschlossene Erhöhung der Hallennutzungsgebühren. Ramona Jülke-Miedl (Aktive Bürger), zugleich Vorsitzende des Stadtverbandes der Selber Sportvereine, stellte klar, dass zwischen dieser Gebührenanpassung und dem nun vorgeschlagenen Hallenfonds unterschieden werden müsse. Über die schrittweise Erhöhung der Gebühren hatte der Stadtrat bereits am 29. Juli beraten und einstimmig entschieden. Auch die AfD-Fraktion hatte diesem Beschluss zugestimmt.

Hintergrund der damaligen Entscheidung ist die angespannte Haushaltslage der Stadt. Selber Vereine zahlten bislang für städtische beziehungsweise landkreiseigene Turnhallen deutlich weniger als die tatsächliche Landkreisgebühr. Die Stadt übernahm die Differenz als zusätzliche Sportförderung. Die Gebühren sollen deshalb schrittweise angehoben werden und ab dem Schuljahr 2028/29 das dann gültige Niveau des Landkreises erreichen. Die Anpassung war im Vorfeld mit den betroffenen Sportvereinen besprochen worden.

Mit ihrem nun behandelten Antrag wollte die AfD die bereits beschlossene Gebührenentwicklung um ein neues Förderinstrument ergänzen. Vorgeschlagen wurde ein zweckgebundener „Selber Hallenfonds“, aus dem förderwürdige Nutzer Zuschüsse zu den regulären Hallengebühren erhalten sollten. Finanziert werden sollte dieser durch Sponsorengelder, Spenden, Stiftungsmittel und einen begrenzten städtischen Zuschuss. Für gemeinnützige Selber Vereine sah der Vorschlag Zuschüsse von bis zu 40 Prozent vor, für Kinder- und Jugendsport sowie Behinderten- und Rehasport bis zu 65 Prozent. Zudem sollte die Stadt eingeworbene Sponsorengelder abhängig von der Haushaltslage ergänzen können.

Gerade diese zusätzliche Struktur stieß bei den übrigen Fraktionen auf Kritik. Jülke-Miedl verwies darauf, dass die Stadt bereits über eine etablierte Sportförderung verfüge und die Selber Vereine über viele Jahre eigene Beziehungen zu Unternehmen und Sponsoren aufgebaut hätten. Ein städtischer Fonds könne mit diesen Strukturen um dieselben begrenzten finanziellen Mittel konkurrieren. Sponsorenzusagen für den vorgeschlagenen Fonds lägen bislang nicht vor. Gleichzeitig wären nach ihrer Einschätzung zusätzliche Verwaltungsaufgaben für Sponsorengewinnung, Verträge sowie rechtliche und steuerliche Prüfungen erforderlich.

Auch Walter Wejmelka (SPD) sah die Gefahr, dass ein zusätzlicher städtischer Fonds den Vereinen bei der eigenen Sponsorensuche Konkurrenz machen könnte. Unternehmen würden ihre verfügbaren Mittel voraussichtlich nicht sowohl direkt an einen Verein als auch zusätzlich an einen städtischen Fonds geben. Im ungünstigsten Fall könnten Vereine deshalb sogar schlechter gestellt werden.

Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch verwies auf die bestehenden Fördermöglichkeiten. Die Stadt unterstützt die Sportvereine bereits regelmäßig über die allgemeine Sportförderung sowie zusätzlich durch Zuschüsse bei Investitionen der Vereine in eigene Anlagen oder Ausstattung.

Wolfgang Kreil (CSU) schloss sich den Bedenken an. Mit dem Stadtverband der Sportvereine existiere bereits ein System zur Verteilung von Fördermitteln, bei dem die Vereine selbst mitentscheiden könnten. Zugleich bezweifelte er, dass angesichts der angespannten wirtschaftlichen Situation zusätzliche Sponsorengelder in größerem Umfang eingeworben werden könnten.

Roland Schneider (FWS) erinnerte ebenfalls an die Gespräche mit den betroffenen Vereinen vor der im Juli beschlossenen Gebührenerhöhung. Dabei sei deutlich geworden, dass angesichts der Finanzlage der Stadt eine Anpassung notwendig sei. Gerade deshalb habe man sich für eine schrittweise Erhöhung entschieden, um den Vereinen Zeit zur Anpassung zu geben. Auch er äußerte Zweifel daran, zusätzlich zu den bestehenden Sponsoringaktivitäten der Vereine weitere Gelder über einen städtischen Fonds einwerben zu können.

Am Ende fand der Antrag der AfD-Fraktion keine Mehrheit. Für den vorgeschlagenen „Selber Hallenfonds“ stimmten ausschließlich die drei AfD-Stadträte. Die bereits im Juli einstimmig – und damit auch mit Zustimmung der AfD – beschlossene schrittweise Erhöhung der Hallennutzungsgebühren bleibt davon unberührt.

selb-live.de – Michael Sporer, Symbolfoto KI-generiert

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