7.2.2026 - Mit einem bewusst inszenierten Auftakt hat die Energieversorgung Selb-Marktredwitz (ESM) im VORIUM ihren neuen Markenauftritt enthüllt und zugleich den Kurs für die kommenden Jahre abgesteckt. Geschäftsführer Mathias Jakob, der das Unternehmen seit Anfang 2025 führt, stellte gemeinsam mit Thomas Sticht von der Agentur Medienimpuls vor Mitarbeitenden, kommunalen Vertretern, Aufsichtsräten und Gästen aus dem Gesellschafterkreis die Ergebnisse eines mehrmonatigen Entwicklungsprozesses vor.
Der Relaunch ist Teil eines umfassenden Transformationsprozesses, den die ESM angestoßen hat. Jakob erklärte, die ESM sei zwar ein traditionelles und erfolgreiches Unternehmen, stehe jedoch wie die gesamte Energiewirtschaft vor grundlegenden Veränderungen. Neue Marktteilnehmer, politische Klimaziele und veränderte Erwartungen von Kunden erforderten nicht nur eine strategische Neuausrichtung, sondern auch ein zeitgemäßes Erscheinungsbild. Die Marke solle künftig sichtbarer machen, wohin sich das Unternehmen entwickle und welche Rolle es in der Region künftig einnehmen wolle.
In diesem Zusammenhang betonte Anne Rethmann, Vorstandsmitglied der Thüga AG und Aufsichtsrätin der ESM, die besondere Bedeutung kommunaler Energieversorger in der Energiewende. Während Energie früher kaum wahrgenommen worden sei, stehe sie heute im Mittelpunkt gesellschaftlicher Debatten. Fragen nach Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit prägten den Alltag von Politik, Wirtschaft und Bevölkerung. Gerade regional verankerte Energieversorger hätten dabei eine wichtige Funktion, da sie nahe an den Menschen arbeiteten und konkrete Lösungen vor Ort umsetzen könnten. Die neue Marke solle dieses Selbstverständnis sichtbar machen und den Wandel aktiv begleiten.
Im Mittelpunkt der Präsentation standen Vision und Mission des Unternehmens. Die ESM beschreibt ihr Zielbild mit dem Satz: „Wir sind Gestalter einer nachhaltigen Energiezukunft und bringen diese ins wahre Leben.“ Damit wolle man nicht nur Konzepte formulieren, sondern Projekte tatsächlich umsetzen und für Bürger, Kommunen und Unternehmen erlebbar machen. Die Mission „Wir sichern heute, was zählt, und gestalten mutig, was kommt“ beschreibt den doppelten Auftrag eines Energieversorgers: Einerseits müsse die bestehende Infrastruktur zuverlässig betrieben werden, andererseits müsse parallel die Transformation hin zu klimaneutralen Energien organisiert werden.
Als Beispiel nannte Jakob die langfristige Umstellung der Gasversorgung. Politische Klimaziele sehen Klimaneutralität bis 2045 vor, weshalb bereits heute neue Lösungen entwickelt werden müssten. In Marktredwitz sollen künftig Biogas-Landwirte Biomethan in das Netz einspeisen, wodurch ein Teil des Erdgasbedarfs durch erneuerbare Energie ersetzt werden kann. Solche Projekte stünden sinnbildlich für die künftige Ausrichtung: bestehende Versorgung sichern und gleichzeitig neue Wege aufbauen.
Aus einem internen Beteiligungsprozess wurden zudem Unternehmenswerte abgeleitet, die künftig Orientierung geben sollen. Die ESM versteht sich als nah an der Region, verlässlich in der Versorgung und fair im Umgang mit Kunden und Mitarbeitenden. Gleichzeitig betont das Unternehmen Zusammenarbeit, Innovationsbereitschaft und Mut, neue Wege zu gehen. Diese Werte sollen künftig Maßstab für Entscheidungen und Projekte sein.
Der Relaunch zeigt sich vor allem im neuen Erscheinungsbild. Das bisherige Logo bestand rund elf Jahre und wurde nun bewusst vereinfacht. Ziel war eine klarere, modernere Darstellung mit stärkerer Energie- und Dynamikwirkung. Die markentypische Farbe Orange blieb erhalten, wurde jedoch in einer intensiveren Variante weiterentwickelt. Ergänzt wird das Design durch grafische „Powerpixel“, quadratische Elemente, die an digitale Bildpunkte erinnern und die zunehmende Digitalisierung symbolisieren sollen. Parallel wurde ein neuer Slogan eingeführt: „Wir drehen auf.“ Dieser soll sowohl das Aktivieren von Energie als auch den Anspruch beschreiben, künftig stärker sichtbar und aktiv aufzutreten.
Der neue Auftritt wird schrittweise eingeführt. Fahrzeuge, Kundenzentren, Kampagnen, Messestände und digitale Anwendungen werden nach und nach angepasst. Eine neue Website befindet sich ebenfalls im Aufbau.
Perspektivisch sollen auch Mitarbeitende und Menschen aus der Region in der Bildwelt auftauchen, um die lokale Verankerung stärker zu zeigen. Gleichzeitig soll sich auch die Sprache ändern: weg vom klassischen Versorger-Ton hin zu einer direkteren, aktiven Kommunikation.
Inhaltlich verknüpft die ESM den Markenauftritt mit konkreten Zukunftsfeldern. Dazu zählen erneuerbare Energien, grüne Gase, intelligente Netze, Wärmelösungen für Kommunen und Wohnungswirtschaft sowie neue Energiedienstleistungen für Haushalte, Gewerbe und Industrie. Auch digitale Tarife und kundennahe Angebote sollen stärker ausgebaut werden.
Selbs Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Pötzsch bezeichnete den Relaunch als „ESM 2.0“. Die neue Marke stehe für den Schritt in eine veränderte Energiewelt und für Vertrauen in die Kompetenz der Mitarbeitenden. Entscheidend sei, dass nicht nur das Erscheinungsbild erneuert werde, sondern auch die Organisation und Arbeitsweise weiterentwickelt werde.
Mit dem neuen Markenauftritt verbindet die ESM somit weit mehr als eine optische Modernisierung. Er ist Teil einer langfristigen Positionierung des kommunalen Energieversorgers als aktiver Gestalter regionaler Energielösungen. Ziel ist es, Versorgungssicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig den Übergang zu klimaneutralen Energien Schritt für Schritt praktisch umzusetzen.




