31.7.2026 - Beim monatlichen Treffen der SPD Selb in der Gaststätte „Zur Grünen Au“ in Erkersreuth informierten die Stadträte Roland Graf und Kai Hammerschmidt über aktuelle kommunalpolitische Themen.
Zu Beginn des Abends richteten die Anwesenden Genesungswünsche an den erkrankten SPD-Fraktionsvorsitzenden Walter Wejmelka. Der Ortsverein wünsche ihm eine schnelle und vollständige Genesung, hieß es.
Einen Schwerpunkt der Diskussion bildete laut Pressemitteilung der SPD Selb der Haushalt der Stadt Selb für das Jahr 2027. Stadtrat Roland Graf erklärte nach Angaben der SPD, dass die Stadt voraussichtlich ohne genehmigten Haushalt auskommen müsse. Zudem verwies er auf eine enge Zusammenarbeit von CSU, Freien Wählern, einer Stadträtin der Grünen und der SPD im Stadtrat. Diese ermögliche es aus seiner Sicht, gemeinsame Anträge einzubringen oder Vorlagen des Oberbürgermeisters abzulehnen, sofern diese als nicht zielführend bewertet würden. Ziel sei dabei stets das Wohl der Bürgerinnen und Bürger sowie eine positive Entwicklung der Stadt.
Auch die Entwicklung rund um den Investor Müller und das Outlet war Thema des Abends. Nach Einschätzung der SPD verschlechtere sich die Situation weiter. Kritisiert wurden unter anderem der Zustand des Umfelds, die Zuwegungen sowie die Entwicklung bei den Ankermietern. Weitergehende politische Handlungsmöglichkeiten bestünden nach Auffassung der Teilnehmer aufgrund der aktuellen Rechtslage erst ab 2027.
Kai Hammerschmidt übte nach Angaben der SPD Kritik an der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Selb. Trotz der verkehrsgünstigen Lage mit zwei Autobahnanschlüssen und der Nähe zu Tschechien sei es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, in größerem Umfang neue Unternehmen anzusiedeln. Dadurch fehlten zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen, die den Rückgang bestehender Einnahmen teilweise hätten ausgleichen können. Hammerschmidt bezeichnete dies als Versäumnis des Oberbürgermeisters. Als Vergleich führte er die Entwicklung der Nachbarstadt Marktredwitz an, die aus seiner Sicht in den vergangenen Jahren zahlreiche wirtschaftliche Impulse setzen konnte. Zudem betonte er die Bedeutung politischer Netzwerke über die Stadtgrenzen hinaus, insbesondere auf Landes- und Bundesebene.
Im Rahmen des Treffens begrüßte die SPD außerdem den Eintritt von Maximilian „Max“ Kiesl in den Ortsverein. Die Partei wertete dies als positives Signal für das Engagement junger Menschen in der Kommunalpolitik und sprach sich dafür aus, dass sich mehr junge Menschen – unabhängig von der jeweiligen demokratischen Partei – politisch engagieren.
Zum Abschluss beantworteten die Stadträte Fragen der Besucherinnen und Besucher zu verschiedenen kommunalpolitischen Themen, darunter das Hallenbad, das Wiesenfest sowie weitere aktuelle Entwicklungen in Selb. Nach rund drei Stunden endete die Veranstaltung. Nach Angaben der SPD sollen die regelmäßigen Monatstreffen weiterhin als offenes Forum für den Austausch zwischen Bürgerschaft und Kommunalpolitik dienen.

