30.7.2026 – Die 5G-Mobilfunkversorgung, die Anpassung der Hallennutzungsgebühren, die Verkehrssituation in der Lilienthalstraße, Anfragen, Bekanntgaben - der Selber Stadtrat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung neben dem Halbjahresbericht des Spektrum Seb noch mit folgenden Tagesordnungspunkten:
+++ Vereidigung neuer Ortssprecher +++
Nach den Vorgaben der Gemeindeordnung wurde in der öffentlichen Sitzung der für Ekresreuth neu berufene Ortssprecher Joachim Reuer feierlich vereidigt.
+++ Bekanntgabe der in der nichtöffentlichen Sitzung gefassten Beschlüsse +++
Für den Neubau der Kindertagesstätte am ehemaligen Jahnsportplatz ging der Auftrag für das Gewerk Baumeisterarbeiten an die Firma Mikan Generalbaugesellschaft Amberg mbH & Co. KG aus Amberg.
Für die Nachrüstung des baulichen Brandschutzes in der Grundschule Erkersreuth wurde für die Schreinerarbeiten (Fenster, Türen, etc.) die Firma Rosner aus Konnersreuth, für die Baumeisterarbeiten (Fundament und Stützmauer) die Firma Kropf aus Thiersheim, für den Stahlbau (Ausstiegshilfen und Rettungspodest) die Firma Schmidkonz aus Thiersheim, für die Nachrüstung der Handmelder der Brandwarnanlage die Firma Technicom aus Marktredwitz sowie für die Rauchabzugsanlagen in den Treppenhäusern die Firma Grimm aus Selb beauftragt.
+++ Verbesserung der 5G-Mobilfunkversorgung +++
Die Freien Wähler Selb haben im Stadtrat einen Antrag zur Verbesserung der 5G-Mobilfunkversorgung im Stadtgebiet eingebracht. Ziel ist es laut Niklas Schmidling, bestehende Versorgungslücken zu erfassen, den Austausch mit den Mobilfunknetzbetreibern zu intensivieren sowie Fördermöglichkeiten und potenzielle Standorte für neue Mobilfunkanlagen zu prüfen.
Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch erklärte, dass die Stadt Selb bereits gemeinsam mit dem Landkreis Wunsiedel sowie den Städten und Gemeinden der Region am Mobilfunkausbau arbeitet. Die Verwaltung wird den aktuellen Ausbaustand in Selb sowie die weiteren Planungen des Landkreises aufbereiten und dem Stadtrat im September vorstellen. Anschließend soll entschieden werden, ob zusätzliche Maßnahmen der Stadt erforderlich sind oder der gemeinsame Weg mit dem Landkreis fortgesetzt wird.
Der Stadtrat folgte diesem Vorschlag einstimmig.
+++ Anpassung der Benutzungsgebühren für die städtischen Turnhallen +++
Schrittweise wurden die Benutzungsgebühren für die städtischen Turnhallen angepasst. Hintergrund sind die seit 2015 unveränderten Gebühren sowie gestiegene Betriebs- und Energiekosten.
Ab dem 1. Januar 2027 betragen die Gebühren 10 Euro pro Halle und angefangene Stunde. Zum 1. September 2027 erfolgt eine weitere Erhöhung auf 14 Euro, ehe die Gebühren zum 1. September 2028 auf 17 Euro pro Halle und Stunde angehoben werden. Anschließend werden die Gebühren – analog zum Landkreis Wunsiedel – jährlich an die Kostenentwicklung angepasst.
Mit der schrittweisen Erhöhung soll die finanzielle Belastung des städtischen Haushalts reduziert und eine kostendeckendere Nutzung der Sporthallen erreicht werden. Der Beschluss sowie die neue Gebührensatzung für die Schulräume und Sporthallen wurden vom Stadtrat einstimmig gefasst.
+++ Gehweg- und Asphaltdeckenprogramm 2026 +++
Mehrere Straßen sollen saniert werden. Vorgesehen sind Maßnahmen in der Oberen Bergstraße, der Lorenz-Hutschenreuther-Straße (mehrere Abschnitte), der Längenauer Straße/Franzensbader Straße sowie der Jean-Paul-Straße. Für die Maßnahmen sind rund 465.000 Euro eingeplant. Je nach Ausschreibungsergebnis können zusätzlich Arbeiten in der Böttgerstraße (Erkersreuth), der Ernst-Reuther-Straße sowie in Teilbereichen des Gemeindeteils Vielitz umgesetzt werden.
Die Ausschreibung erfolgt in Kürze, die Bauarbeiten sind für September und Oktober 2026 vorgesehen. Voraussetzung für die Umsetzung ist die Freigabe der Haushaltsmittel durch die Kommunalaufsicht.
+++ Berichterstattung zu Anfragen +++
Ramona Jülke-Miedl (Aktive Bürger Selb) sprach die Verkehrssituation an der Einmündung der Lorenz-Hutschenreuther-Straße stadtauswärts an und regte die Prüfung eines Verkehrsspiegels zur Verbesserung der Sichtverhältnisse an. Hierzu wird eine fachliche Stellungnahme der Polizeiinspektion eingeholt. Zudem wies sie auf eingeschränkte Sichtverhältnisse durch Wildwuchs an der Einmündung Plößberger Weg/Alte Rehauer Straße beim Fliegerdenkmal hin. Der Rückschnitt wurde zwischenzeitlich durch den Baubetriebshof durchgeführt. Außerdem bat sie um Prüfung zusätzlicher Parkmarkierungen im Plößberger Weg. Die fehlenden Markierungen werden zeitnah durch den Bauhof ergänzt.
Walter Wejmelka (SPD) erkundigte sich nach der im Januar beschlossenen Einzelkreditermächtigung für das Asphaltprogramm. Die Verwaltung teilte mit, dass der Antrag gestellt, aber noch nicht genehmigt sei.
Ortssprecher Thomas Rohstock bat um Humus für die Sportstätte in Silberbach. Die Lieferung wurde durch den Baubetriebshof bereits veranlasst.
Roland Graf (SPD) thematisierte den Wildwuchs auf dem Grundstück Gabelsberger Straße 1, durch den der Gehweg nur eingeschränkt nutzbar sei. Die Eigentümer wurden inzwischen aufgefordert, notwendige Rückschnittarbeiten durchzuführen und das Gebäude gegen unbefugtes Betreten zu sichern.
Ortssprecherin Doris Netzsch fragte nach dem Zustand des Bachlaufs zwischen den Hausnummern 14 und 16 im Ortsteil Längenau. Die Verwaltung informierte, dass der Bachlauf jährlich im Herbst gemäht und mögliche Schäden anschließend behoben werden.
Michael Hegenberger (AfD) sprach die nächtlichen Ruhestörungen und Vandalismusmeldungen an der Bushaltestelle Egerer Platz am Vorwerk an. Laut Polizei wird der Bereich insbesondere in den Sommermonaten verstärkt kontrolliert. Gleichzeitig wurde mitgeteilt, dass die Einsatzzahlen in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen sind und aktuell keine zusätzlichen Maßnahmen erforderlich seien.
+++ Anfragen +++
Carsten Hentschel (CSU) sprach die Verkehrssituation in der Längenauer Straße (Bereich zwischen Lorenz-Hutschenreuther Straße / Christian-Höfer-Ring) an. Durch das Parken direkt auf der Straße sei die Fahrbreite zu beengt. Hierzu antwortete Oberverwaltungsdirektorin Nicole Abraham, dass man dieses Thema bereits an die Polizei weitergegeben habe. Ein Erlauben des Gehwegparkens würde durch die hohen Borsteinkanten erschwert. Weiter werde man sich aber mit der Polizei abstimmen.
Berthold Grimm (AfD) informierte über einen eingefallenen Kanaldeckel in der Hauptstraße in Selb-Plößberg
Michael Sporer (Aktive Bürger Selb) bedankte sich für die kürzlich erfolgte Installation eines Ballfangzauns am Sportpark im Rosenthal-Park. Dieser ermöglich den dortigen Nutzern nicht nur mehr Spielfreude, sondern erhöhe zugleich die Sicherheit für weitere Nutzer der Parkanlage.
+++ Bürgersprechstunde +++
Anwohner der Lilienthal-Straße und des Ahornwegs beklagten, dass sie wiederum durch die Polizei mit Strafzetteln für dortiges Parken auf dem Gehweg bedacht wurden. Sie erwähnten, dass es unmöglich sei, stattdessen auf der Straße zu parken, da sonst die Straßenbreite u.a. für Müll- und Rettungsfahrzeuge zu schmal werden würde.
Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch erläuterte in der Diskussion zur Parksituation in der Lilienthalstraße die bestehende rechtliche Situation. Bereits im Jahr 2023 wurde die Straße vermessen und geprüft, unter welchen Voraussetzungen Gehwegparken ermöglicht werden könnte.
Dabei wurde festgestellt, dass eine rechtssichere Lösung nur möglich wäre, wenn neben der Aufhebung des Gehwegs auch der gegenüberliegende sogenannte Schrammbord entfernt würde. Nur dadurch könnte die gesetzlich vorgeschriebene Durchfahrtsbreite von 3,05 Metern erreicht werden. Erst dann wäre die Anordnung von Gehwegparken rechtlich zulässig.
Oberbürgermeister Pötzsch stellte klar, dass abgestellte Fahrzeuge, die diese Mindestbreite unterschreiten oder unzulässig auf Gehwegen stehen, grundsätzlich ordnungswidrig sind. Die Kontrolle erfolgt dabei nicht durch die Stadt, sondern durch die Polizei. Hintergrund der Regelung sei insbesondere die Sicherstellung der Rettungswege, beispielsweise für Feuerwehrfahrzeuge mit Drehleitern.
Gleichzeitig betonte Pötzsch, dass die Stadt das Problem des fehlenden Parkraums kennt und nach Lösungen sucht. Gemeinsam mit weiteren betroffenen soll geprüft werden, welche baulichen Anpassungen möglich sind.
Für den Haushalt 2027 könnte deshalb ein entsprechender Ansatz eingeplant werden, um notwendige Umbauarbeiten umzusetzen und die Parksituation langfristig zu verbessern. Parallel wird derzeit nochmals geprüft, ob mit der Polizei eine rechtssichere Zwischenlösung bis zu einem möglichen Ausbau gefunden werden kann.

