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christuskirche selb 101917.10.2019 - Empfangen wurden die Besucher von einem riesigen Banner: „Church for future – Die Schöpfung bewahren“, stand darauf. An diese Erntedanksonntag in der Christuskirche wurde deutlich, wie die Kirchengemeinde diesen Slogan mit Leben füllt.

Im Gottesdienst stand der Dank im Vordergrund: An Gott, den die Christen als Schöpfer und Bewahrer der ganzen Natur anbeten. Aber, so Pfarrer Herold in der Predigt, der Dank ist eigentlich etwas, was eher die Menschen brauchen, als Gott. Zum Beispiel die Landwirte, deren Arbeit Grundvoraussetzung für die gefüllten Supermarktregale ist – und die so viel weniger Geld für ihre Arbeit bekommen, als eigentlich nötig wäre.

Nach dem Erntedankgottesdienst feierte die Gemeinde die zweite Rezertifizierung ihres Umweltmanagements Grüner Gockel. Seit acht Jahren trägt die Christuskirche diese Auszeichnung und arbeitet kontinuierlich daran, immer umweltverträglicher zu werden. Als „Gesicht des Grünen Gockels“ war der mittlerweile im Ruhestand befindliche Bernd Brinkmann noch einmal da. Er stellte vor allem heraus, dass die Christuskirchengemeinde in Bayern eine der ersten Gemeinden ist, die den Grünen Gockel verliehen bekommen hat. So ein langes und kontinuierliches Engagement ist schon etwas Besonderes – gerade, weil in dieser Zeit auch die Pfarrer gewechselt haben und die Umweltarbeit von Ehrenamtlichen getragen wurde und wird.

Peter Seißer, ehemals Landrat und noch immer in der Landessynode der Evangelischen Kirche, betonte das Bedauern der Landessynode, dass nicht alle Gemeinden auf den Grünen Gockel hinarbeiten.

Als Vertreterin der Stadt dankte 2. Bürgermeisterin Dorle Schmidt den Gemeindegliedern, die sich mit ihrem Engagement auch für die Stadt Selb einsetzten – so wie sie sich auch für ihre Heimatstadt einsetzt.

Udo Benker-Wienands schließlich überreichte der Gemeinde ein Schild von der Initiative „Blühendes Fichtelgebirge“ (Foto), das die Blühwiese auf dem Kirchengrund als Maßnahme zum Insektenschutz auszeichnet. Er wies darauf hin, dass dieses Schild das erste ist, das von der Initiative überreicht wird – und mit hohen Auflagen verbunden ist. So geht es nicht nur darum, schöne Blühflächen zu schaffen, sondern die Blühwiesen müssen nach dem Absterben der Blumen stehen bleiben, damit die Tiere über den Winter Überlebensflächen haben.

In einer dritten Veranstaltung ging es schließlich darum, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, die sonst oft eher übereinander reden. So waren mehrere Landwirte als Vertreter der Evangelischen Landjugend und verschiedene Wissenschaftler aus dem Bereich der Umwelt- und Klimaforschung am Podium versammelt. Unter dem Motto „Fridays for Future – Fluch oder Segen?“ diskutierten sie die verschiedenen Aspekte des Klimawandels – und kamen auch mit dem Publikum ins Gespräch. Als Bezirksreferent der Evangelischen Jugend, die auch Mitveranstalter war, moderierte Jürgen Kricke nicht nur die Beiträge der Diskutanten, sondern brachte auch das Publikum immer wieder untereinander ins Gespräch. Bei Weißwürsten und Käseplatten konnten sich die Menschen darüber austauschen, welche Lebensmittel nun klimaverträglich sind, was sie sich von der Politik erwarten und was sie selber schon für die Umwelt tun.

Dieser Austausch war für alle Beteiligten ein Novum und damit war das Hauptziel der Veranstaltung erreicht. Auch wenn es immer wieder emotionale Dialoge gab, war doch die gemeinsame Richtung aller Anwesenden klar: So wie bisher kann es nicht weitergehen, egal ob Landwirte oder Konsumenten: Zufrieden kann derzeit niemand sein. Dabei wurden immer wieder auch Fronten zwischen ökologisch orientierten Verbrauchern und konventionell arbeitenden Bauern deutlich. Aber letztlich sahen alle das Grundproblem, das die Umweltwissenschaftlerin Eva Bayreuther beeindruckend deutlich machte: Wir leben im Moment auf Kredit. Wir verbrauchen mit den fossilen Energieträgern eine endliche Ressource und wir wissen relativ genau, wann diese Energiequelle versiegen wird. Bis dahin muss die Menschheit andere Wege gefunden haben, wie sie ihren Energiebedarf decken kann. Denn die Menge an Energie, die durch die Sonne verfügbar ist, hat ihre Grenzen. Bislang leben wir Menschen weit darüber hinaus. 

christuskirche selb 10191selb-live.de – Presseinfo Christuskirchengemeinde

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