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28.6.2019 – Von „Freude an der Luitpoldschule…“ sangen die jungen Schülerinnen und Schüler der Luitpoldschule lautstark. In vielen Strophen gingen sie dabei auf die lange Zeit des Schulhaueses ein. Stolze 111 Jahre besteht das Gebäude schon. Ein Jubiläum, das mit einem Festakt gefeiert wurde.

Nach der musikalischen Einleitung konnte Rektorin Christa Liebner zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Darunter drei ihrer Vorgänger, Selbs Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch, Schulrat German Gleißner, seitens der Kirchen Dekan Hans Klier und Pfarrerin Andrea Münster sowie Vertreter seitens des Elternbeirats, dem Förderverein, der Polizei und aus der Wirtschaft sowie der weiteren Schulen und Kindergärten.

„Es ist eine Feier mit einem Augenzwinkern“, verriet die Chefin des Hauses, dass man bei 111 Jahren das Wort Schnapszahl im Beisein der Kinder natürlich nicht in den Mund nehme wolle. Dennoch mache die Zahl stolz. 111 Mal Schulanfang mit glänzenden Augen, die Freude auf den Unterricht, sich mit Freunden treffen, gemeinsam agieren, das präge hier die Grundschulzeit schon über eine sehr lange Zeit. Ebenso aber auch der Stolz der Schüler, in den Schuljahren neben Rechnen, Schreiben und Lesen viel mehr gelernt zu haben, um dann nach vier Jahren voller Tatendrang das Haus in weiterführende Schulen zu verlassen. Viel weiter agiere man über den normalen Schulunterricht hinaus. Die vielfältigen Stärken der Kinder werden durch eine Vielzahl an Projekten gefördert. Gesunde Schule, Klasse2000, Lernprogramm, Lesepatenschaften, Spielen macht Schule, Umweltprojekte und vieles mehr zeichnen die Luitpold-Grundschule aus. Die Rektorin dankte entsprechend ihren Lehrerkollegen und den externen Unterstützern, ohne die vieles wohl gar nicht umgesetzt werden könnte.

Ulrich Pötzsch weiß das Schulhaus mit all seinem Charme, seiner Ausstattung und dem Festhalten an so mancher Tradition sehr zu schätzen. Durch Weltkriege und Wirtschaftskrisen musste es in den 111 Jahren gehen. Es sei schön, nun wieder Vollbelegung zu haben, das sei nicht immer so gewesen. Im Jahr 2013 habe der Stadtrat aber eine richtige und wichtige Entscheidung getroffen, an allen drei Selber Grundschulen weiter festzuhalten. Sein Dank galt der Lehrerschaft, die den Schülern eine schöne Schulzeit ermögliche. So würden sich die Kinder hier beherbergt fühlen und einen guten Grundstock der Schulausbildung bekommen.

luitpold grundschule selb 06192Die Vertreter beider Kirchen beglückwünschten ebenso zum Jubiläum und vermittelten Gottes Segen. Hans Klier erinnerte zugleich, dass sich gerade an den Grundschulen Freundschaften fürs Leben finden würden. Andrea Münster merkte an, dass die Schule Hilfe auf dem Lebensweg sei. Vor allem bei Schülern mit familiären Problemen sei die Schule eine feste Burg, die Halt gebe.

Schulrat German Gleißner ergänzte in seinen Worten, dass sich die Schule längst vielen weiteren Herausforderungen stellen müsse. Themen wie Migration, Sozialarbeit, individuelle Förderung gehören neben dem Unterrichtsalltag zum Geschehen dazu. „Das ist eine unendlich wertvolle Arbeit, die hier geleistet wird. Das verdient große Wertschätzung“, werden an der Grundschule für den weiteren Lebensweg entscheidende Punkte mitgegeben. 200 Seelen seien an der Luitpold-Grundschule gut aufgehoben. Das Wohl des Kindes stehe im Vordergrund. Das Schulmotto „Leben. Lachen. Lernen“ werde ganz bewusst gelebt.

Und in der Tat hatten die Akteure der AG Schulspiel, AG Chor und AG Tanz unter der Leistung von Manuela Bartsch, Ellen Scherpp und Natalie Keller viel Spaß, im Rahmen einer kurzen Aufführung das Schulleben von früher mit Schiefertafel und strengen Regeln im Vergleich zu heute mit doch so manch schon zu lockerem Verhalten der Schulkinder eindrucksvoll darzustellen. Natürlich durfte auch das Thema Wiesenfest mit den Reigen der Schulmädchen nicht fehlen. Auch die 3. Klassen boten zum Schuljubiläum noch eine kleine Vorführung.

Auf die Anfänge der Schulen in Selb bis hin zum Bau der Luitpoldschule selbst ging Heimatpfleger Dieter Arzberger ein. Alte Aufzeichnungen und Fotos ließen in alten Zeiten schwelgen - eine Zeit, in der Treppenhäuser noch streng nach Knaben und Mädchen unterschieden, ein Brausebad im Kellergeschoss untergebracht war, die hier erste größere Turnhalle in Selb auch von den Vereinen genutzt werden konnte und das Schulhaus, das in sieben Jahren Bauzeit entstand, auch schon an das erst ein Jahr vor der Einweihung im Jahr 1908 aufgebaute Stromnetz angeschlossen war.

War der feierliche Festakt noch der Schulleitung samt Lehrerkollegium und Ehrengäste vorbehalten, so stehen am morgigen Samstagnachmittag im Rahmen eines Schulfestes die Schülerinnen und Schüler selbst im Vordergrund.

luitpold grundschule selb 0619selb-live.de – Michael Sporer

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