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klausur kirche erkersreuth selb 031915.3.2019 – Erkersreuth. Die neuen evangelischen Kirchenvorstände sind gewählt und ins Amt eingeführt. Die Arbeit für die nächsten sechs Jahre hat begonnen. Solange dauert die Amtsperiode. Jeder Kirchenvorstand steht dabei immer wieder vor der Aufgabe, die eigene Gemeindearbeit zu reflektieren,

um daraus für die Zukunft eine Strategie und konkrete Ziele zu entwickeln. Dies ist vor allem in einer Zeit hoher Kirchenaustrittszahlen, abnehmender Kirchenbindung und wachsender Distanz vieler Menschen zur Kirche eine echte Herausforderung.

Die Kirchengemeinde Erkersreuth hatte nun den Kirchenvorstand, aber auch interessierte Gemeindeglieder zu einem Gemeindeseminar nach Bad Kösen bei Naumburg eingeladen. Das katholische Bildungs- und Tagungszentrum „Konrad-Martin-Haus“ erwies sich dafür als exzellenter Gastgeber. 14 Teilnehmer machten sich vier Tage lang Gedanken über das Christentum der Zukunft und die Entwicklung der Kirchengemeinde vor Ort, die beiden Themenschwerpunkte der Klausurtagung.

„Es war von Anfang an unser Ziel, hier über den Kirchenvorstand hinaus auch wieder Gemeindeglieder einzubinden. Gemeinsam sollen Ziele für die nächsten Jahre entwickelt werden, die dann jährlich auch überprüft und aktualisiert werden können. Das soll uns nicht unter Druck setzen, aber einen gewissen Fahrplan bereitstellen“, hält Pfarrer Dr. Jürgen Henkel fest. Als Moderator und externer Gemeindeberater stand der Kirchengemeinde dabei der langjährige Dekan von Regensburg, Gottfried Schoenauer, zur Verfügung.

Dass in der heutigen sehr von den Medien geprägten Welt und Gesellschaft übergemeindliche Entwicklungen eine große Rolle spielen, liegt auf der Hand. So beschäftigten sich die Seminarteilnehmer auch mit wichtigen übergemeindlichen, aber auch für die Gemeindearbeit höchst relevanten Themen wie etwa der Herausforderung des Islam für Demokratie und immer noch christlich geprägte Gesellschaften, dem Auftrag und Wirken der Kirche in einem zunehmend säkularen Umfeld und der Frage, wie das Christentum der Zukunft sein solle: politisch, fromm, modern oder sozial. Alle diese Tendenzen stehen derzeit oft unvermittelt nebeneinander.

Dazu hatte der Kirchenvorstand auch Referenten eingeladen: den Sozialethiker Professor Dr. Dr. Elmar Nass von der Wilhelm-Löhe-Hochschule der Diakonie Neuendettelsau in Fürth und den in Erwachsenenbildung erfahrenen Pfarrer Dietmar Schmidtmann aus Wittichenau, der zur Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz gehört. Pfarrer Schmidtmann warb eindringlich für „eine Kirche, die sich nicht hinter Kirchenmauern versteckt, sondern als Erzählgemeinschaft in die Gesellschaft hineinwirkt und emotionale Bindungen aufbaut“. Professor Nass mahnte, „nicht nur auf die zu schauen, die uns den Rücken kehren, sondern auf die, die dabei bleiben, unter denen es viele Talente zu entdecken gibt“.

Zu den wichtigen Themen der nächsten Jahre erkoren sich die Teilnehmer vor allem das verstärkte Bemühen um Familiengottesdienste und die Einbindung verschiedener Musikelemente in die Gottesdienste von Solisten bis zu Bands, die Stärkung der Jugendarbeit, die Fertigstellung und Einweihung des Kindergartens und die Erstellung eines Konzepts für die künftige Nutzung des alten Kindergartens in Selb-Plößberg. Mit einer dann erneuerten Gebäudekonzeption will sich die Gemeinde fit machen für die Zukunft.

Die neue Vertrauensfrau des Kirchenvorstands, Regina Netzsch, zieht ein positives Resümee. „Die Klausurtagung gibt uns Kirchenvorstehern die Möglichkeit, ausführlich Themen zu besprechen, die bei unseren KV-Sitzungen nicht in der Form bearbeitet werden können. Ein wichtiger Teil der Klausur war das Erstellen eines Sechs-Jahres-Plans. Darin wurden Ideen und Ziele aufgeschrieben, was unserer Kirchengemeinde an Angeboten fehlt und wie wir das umsetzen könnten.“

Auch das Rahmenprogramm war interessant. Neben einer exzellenten Führung durch den Naumburger Dom, der seit kurzem zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, gab es auch einen Besuch in der Lutherkirche und eine Begegnung mit der dortigen Pastorin Christin Ostritz, die von ihrem durchaus herausfordernden Dienst in einem weitgehend säkularisierten Umfeld berichtete. Auch ein Abstecher in das Landesweingut Kloster Pforta von Sachsen-Anhalt mit einer Führung und einer Probe edler Saale-Unstrut-Weine durfte nicht fehlen. Geistlich gestärkt und mit gemeinsamer Aufbruchsstimmung ging es am Ende zurück nach Erkersreuth.

klausur kirche erkersreuth selb 0319selb-live.de – Presseinfo