15.6.2026 – Auch in diesem Jahr erinnert die Stadt Selb an die Opfer des Volksaufstands vom 17. Juni 1953. Eine öffentliche Gedenkveranstaltung auf dem Goldberg findet diesmal jedoch nicht statt. Stattdessen lädt die Stadt dazu ein, sich eigenständig mit diesem bedeutenden Kapitel der deutschen Freiheitsgeschichte auseinanderzusetzen und am Gedenkstein auf dem Goldberg neben dem Kriegerdenkmal kurz innezuhalten. Dort wird ein Kranz niedergelegt.
Am 17. Juni 1953 erhoben sich in der damaligen DDR mehr als eine Million Menschen gegen die kommunistische Diktatur. Was als Protest gegen die Erhöhung der Arbeitsnormen begann, entwickelte sich rasch zu einem landesweiten Auf stand für Freiheit, Recht, Demokratie und die deutsche Einheit. In über 700 Städten und Gemeinden kam es zu Demonstrationen, Kundgebungen und Streiks. Der Aufstand wurde schließlich durch sowjetische Panzer gewaltsam niedergeschlagen. Zwischen 50 und 125 Menschen verloren dabei ihr Leben, mehr als 10.000 wurden verhaftet, viele von ihnen zu langen Haftstrafen verurteilt.
Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch betont die bleibende Bedeutung des historischen Ereignisses: „Die Menschen, die am 17. Juni 1953 für Freiheit, Demokratie und die Einheit Deutschlands auf die Straße gegangen sind, haben Werte eingefordert, die für uns heute selbstverständlich erscheinen. Es ist wichtig, ihr mutiges Handeln nicht zu vergessen und sich bewusst zu machen, dass Freiheit kei ne Selbstverständlichkeit ist.“ Der 17. Juni 1953 gilt als erster großer Volksaufstand im sowjetisch beherrschten Osteuropa und ist ein bedeutendes Symbol für den Kampf um Freiheit und Demokratie – in Deutschland und in ganz Europa. Mit dem stillen Gedenken am Goldberg möchte die Stadt Selb dazu anregen, sich mit diesem historischen Erbe auseinanderzusetzen und der Opfer in würdiger Form zu gedenken.