12.2.2026 - Minus 10 Grad und mehr können ihnen nichts anhaben. Die Keramik-Grills von Tobias Tengler-Boehm, den alle einfach nur „Hobbit“ nennen, laufen täglich bei jedem Wetter - und das nicht selten sogar mehrfach am Tag. Wer dahinter einen gastronomischen Betrieb vermutet ist allerdings schief gewickelt. Hobbit grillt, kocht und schmort unter freiem Himmel völlig privat. Für sich, seine Familie und für seinen Freundeskreis aus dem Kulturverein Jungbrunnen.
Ende 2020 verschlug es den Nürnberger mit brasilianischen Wurzeln, der mit einer gebürtigen Selberin verheiratet ist, nach Oberfranken. Die neuen Homeoffice-Regelungen der wütenden Corona-Pandemie machten es möglich. Seit Tag Eins fühlte er sich laut eigener Aussage sehr glücklich mit dieser Entscheidung. Als schließlich die Kontaktregelungen gelockert und Impfstoff zur Verfügung stand, fand er rasch in Selb Anschluss.
„Insbesondere der Jungbrunnen ist verantwortlich dafür, dass ich hier in Selb sehr schnell Zugang zu kulturinteressierten, feierfreudigen und toleranten Menschen unterschiedlichster Altersgruppen und Herkunft gefunden habe.“ Seit der Umwandlung des Jungbrunnens in einen Kulturverein und dem damit verbundenen gemeinsamen Engagement mit Gleichgesinnten, ist ein großer Freundeskreis entstanden. Und den gilt es zu begrillen.
Hobbit selbst steht erst seit Sommer 2024 am Grill. „Alles begann mit einem klapprigen Billig-Behälter für Holzkohle und einem kreisrunden Rost darauf“. Zuvor hatte der 46-Jährige nie etwas mit Grillen am Hut. Die ersten Versuche endeten mit verbranntem, stinkendem Grillgut, doch die Leidenschaft war geweckt.
„Ich habe schon immer gerne gekocht, aber mittlerweile ist das Grillen zu einem einehmenden Hobby, ja regelrecht zu einer Sucht ausgeartet“, so Hobbit. Über den Umweg eines Gasgrills landete er schließlich beim Kamado-Grillen. Hierbei handelt es sich um Ei-förmige Keramik-Öfen, die mit hochwertiger Holzkohle betrieben werden, ursprünglich aus Japan stammen und ab den 1970er-Jahren innerhalb der US-amerikanischen BBQ-Szene große Beliebtheit erlangten. Mittlerweile stehen Kamados nicht nur in den Gärten und Hinterhöfen Grillbegeisterter. Sogar die Sterneküchen Skandinaviens und Europas wurden in den letzten Jahren erobert. „Ein Keramik-Grill bietet einfach unglaublich viele Vorteile“, schwärmt
Hobbit. „Man kann mit ihnen Bratwürste und Steaks klassisch flachgrillen, aber auch langsam über viele Stunden hinweg mit konstanten niedrigen Temperaturen garen.“ Ob Braten, Schmoren, Räuchern oder das Backen von Pizza und Brot - das alles sei kein Problem in einem Keramik-Grill. „Und so ein Kamado bietet einen weiteren entscheidenden Vorteil, der insbesondere hier in Selb zum Tragen kommt“, gibt Tobias Tengler-Boehm zu bedenken.
„Dank der hervorragenden Wärmespeicherung der Keramik ist meinen Grills völlig egal, ob es gerade Minus 10 oder Plus 30 Grad Außentemperatur hat. Der klirrend kalte Winter in Fränkisch-Sibirien kann ihnen einfach nichts anhaben“. Und so grillt Hobbit auch in der kalten Jahreszeit - und das wohl öfter als jede andere Privatperson.
„Für 2026 habe ich mir vorgenommen mindestens 400 Mal in sogenannten Big Green Eggs, meinen Lieblings-Kamados, zu grillen“. Sein mehr als ambitioniertes Vorhaben kann man täglich auf Instagram unter @ich_grille_440x_im_jahr verfolgen. Insgesamt besitzt er zwei von den ikonischen grünen Eiern. Ein drittes Big Green Egg, das er ganz uneigennützig seinem 10-jährigen Sohn schenkte, ist ebenfalls in Benutzung. Doch bei den 400 Grillsessions auf privater Ebene soll es nicht bleiben.
Für 2026 plant Hobbit einen Imbiss mit Pop-Up-Konzept zu gründen - den Drachen-Ei Grill. „Eine unserer Spezialitäten wird der sogenannte Currywurst-Hot Dog sein, der das Beste aus beiden Welten in sich vereint. Eine vegetarische Variante ist ebenfalls fest geplant“. Aber auch fränkische Grilltradition inklusive eigens produzierter Bierbratwürste stehen auf der Agenda. Hier arbeitet der ambitionierte Hobby-Griller mit der befreundeten Selber Biermanufaktur 95100 zusammen.
Für die Zukunft will Hobbit sein Wissen am Grill weiterhin vertiefen. „Ich habe vor rund eineinhalb Jahren mit der Grillerei begonnen, ich bin quasi noch Anfänger“, gibt er offen zu. „Aber aufgrund der Häufigkeit und meiner einfach nicht nachlassenden Lust auf das Zubereiten von Speisen über Holzkohle und unter freiem Himmel, wächst meine Erfahrung rasant“. Künftig will er dieses Fachwissen mit seinem Drachen-Ei-Projekt an wechselnden Standorten, zu verschiedenen Events und (bei Firmen-)Feiern zur Verfügung stellen. Und das stets mit einem seiner Keramik-Grills im Gepäck.
Kontakt: Tobias „Hobbit“ Tengler-Boehm, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Instagram: @ich_grille_440x_im_jahr
