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Bild Friedenspfeife und Kalumet30.6.2026 - Normalerweise sind die Kultur der nordamerikanischen Ureinwohner und die christliche Religion recht weit auseinander. Am vergangenen Sonntag kamen sie in der Christuskirche Selb einander ganz nah – in ihren Friedenssymbolen. Das Kalumet ist die Friedenspfeife der sogenannten Indianer, die Friedenstaube das biblische Symbol Gottes für Frieden und Versöhnung.

Von der Friedenstaube erzählte Pfarrerin Sandra Herold mit der Erinnerung an die biblische Geschichte von der Sintflut und dem Versprechen Gottes, nie wieder eine solche Zerstörung zuzulassen. Auch wenn es seit dem immer wieder Streit und Krieg gab und gibt, steht über allem der Regenbogen als Zeichen der Versöhnung Gottes mit den Menschen.

Das Thema Frieden und die Friedenstaube spielte eine große Rolle beim gemeinsamen Benefizkonzert des Malergesangsvereins mit dem Ukrainischen Frauenchor Wunsiedel unter Leitung von Olena Kokidko, unter Begleitung von Gerhard Kießling am Klavier.

Frieden für die Ukraine – das ist der große Traum, die Sehnsucht, die viele Menschen nicht nur in der Ukraine bewegt. Mehrere der Lieder sind nach Russlands Überfall auf die Ukraine entstanden und brachten die verwundete Seele des Volkes, die maßlose Zerstörung des Landes zum Ausdruck. Der unvorstellbare Terror, die Trauer von Müttern über ihre gefallenen Söhne, das alles wurde buchstäblich spürbar in der ausdrucksvollen Musik, zum Teil elegisch von einer Geigenstimme begleitet (Violine: Lisa Kokidko). Bemerkenswert war bei dem Konzert, dass die ukrainischen Frauen nicht in ihrer Trauer gefangen blieben, sondern ebenso kecke und witzige Liebeslieder singen konnten, wie auch fröhliche Lieder der Heimatliebe.

Und auch mit dem Malergesangsverein gemeinsam gab es eine charmante Mischung von sakraler Musik wie dem Sanctus aus der Deutschen Messe von Franz Schubert und szenisch dargebotenen ukrainischen Liebes- und Spottliedern.

Gerade die Mischung aus aktuellen Antikriegsliedern, Liebesliedern und leichter Unterhaltung wie „Ich wollte nie erwachsen sein“ (Tabaluga) oder „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines Bisschen Glück“ (international populär geworden durch die Comedian Harmonists) machte das Konzert der beiden Chöre so beeindruckend. Wie gerade die ukrainischen Frauen aus der existenziellen Betroffenheit umschalten konnten auf leichte Unterhaltung, zeigte auch dem Publikum, wie man diese Katastrophe des Vernichtungskriegs gegen die Ukraine irgendwie überleben kann: Indem man sie nicht beschweigt, sondern benennt und beweint – und doch die Hoffnung auf ein Leben währenddessen und einen Frieden danach nicht aufgibt.

Und damit kommen wir auf das eingangs erwähnte Kalumet zurück, die Friedenspfeife der Indianer. Der Selber Maler Peter Wunderlich ist nicht nur begeistert von der indianischen Kultur und Lebensart - er hat auch die Friedenspfeife als ein wichtiges Symbol ausgemacht. Der Häuptling stiftet Frieden und kann so manchen Streit beilegen, auch verfeindete Stämme setzen sich miteinander hin und besiegeln den Friedensschluss mit einer gemeinsam gerauchten Pfeife.

Vor diesem Hintergrund verrät er, dass in vielen seiner Bilder ein Kalumet verborgen ist – mal im Vordergrund, in anderen Bildern eher versteckt. So wie die Hoffnung auf den Frieden, die immer wieder gesucht werden muss. Einen großen Teil der 18 ausgestellten Bilder hat Peter Wunderlich für die Ausstellung kreuz & queer gemalt, die in den nächsten Wochen in der Christuskirche zu sehen ist. Die Kirche ist täglich von 8:00 – 16:30 Uhr geöffnet, während dieser Zeiten kann die Ausstellung besucht werden.

Und auch für die Menschen der älteren Generation hat Wunderlich noch eine Botschaft: „Denkt nicht, ihr wärt zu alt! Man kann auch als alter Menschen noch viel schaffen!“

Bild Friedenspfeife und Kalumetselb-live.de – Presseinfo Christuskirche Selb