14.10.2026 - Bei der Gesamtausschusssitzung des Stadtverbandes der Selber Sportvereine standen neben einer Satzungsänderung vor allem die neuen Hallennutzungsgebühren und der zuletzt politisch diskutierte Hallenfonds im Mittelpunkt. Dabei wurde deutlich: Die Vereine tragen den gemeinsam mit der Stadt erarbeiteten Weg mit. Auch Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch erläuterte nochmals die Hintergründe der Gebührenerhöhung und betonte die Bedeutung des konstruktiven Miteinanders.
Zahlreiche Delegierte der Selber Sportvereine konnte die Vorstandschaft des Stadtverbandes der Selber Sportvereine um Ramona Jülke-Miedl, Marcus Kropf und Laura Neef zur Gesamtausschusssitzung im Vereinsheim der SV Union Selb begrüßen. Neben den turnusmäßigen Berichten und einem Ausblick auf die kommende Sportlerehrung standen insbesondere die Neufassung der Verbandssatzung, die Nutzung der städtischen Sporthallen sowie die finanzielle Unterstützung des Vereinssports auf der Tagesordnung.
Nach der Begrüßung und einer Gedenkminute für verstorbene Funktionäre und Vereinsmitglieder dankte Jülke-Miedl zunächst der gastgebenden SV Union Selb für die Bewirtung. Deren Vorsitzender Bastian Kaiser richtete ebenfalls ein Grußwort an die Versammlung.
Einigkeit bei den Hallennutzungsgebühren
Ein zentrales Thema des Abends war die Anpassung der städtischen Hallennutzungsgebühren. Die entsprechende Satzung hatte der Selber Stadtrat im Juli einstimmig beschlossen. Vorausgegangen waren Gespräche zwischen der Stadtverwaltung, dem Stadtverband und Vertretern der betroffenen Sportvereine.
Jülke-Miedl erinnerte an den offenen und sachlichen Austausch im Rathaus. Bei diesem hätten die Vereine Verständnis für die finanzielle Situation der Stadt und die Notwendigkeit einer Anpassung gezeigt. Zugleich sei es gelungen, die Interessen der Sportvereine in die Ausgestaltung der neuen Regelung einzubringen. Für das konstruktive Miteinander bedankte sich die Vorsitzende ausdrücklich.
Dass dieser gemeinsam eingeschlagene Weg weiterhin Rückhalt genießt, zeigte sich auch in der Versammlung. Trotz der finanziellen Mehrbelastungen für die Vereine wurde kein grundsätzlicher Widerspruch gegen die beschlossene Anpassung laut.
Auch Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch griff das Thema in seinem Grußwort ausführlich auf. Er dankte den Vereinsvertretern für ihre Gesprächsbereitschaft und das Verständnis für die schwierige Haushaltslage.
Gerade die Beratungen über die Hallengebühren hätten gezeigt, dass sich auch schwierige Fragen lösen ließen, wenn Stadt und Vereine offen und auf Augenhöhe miteinander sprächen. Der gemeinsam erarbeitete Vorschlag habe dem Stadtrat eine gute Grundlage für seine Entscheidung geliefert.
Pötzsch machte zugleich deutlich, dass die Stadt bei der Anpassung der Gebühren nur einen begrenzten Handlungsspielraum gehabt habe. Über viele Jahre seien die Nutzungsentgelte bewusst auf einem sehr niedrigen Niveau gehalten worden, um den Vereinssport zusätzlich zu fördern. Mittlerweile hätten sich die Gebühren jedoch deutlich von denen des Landkreises entfernt. Dort seien für vergleichbare Hallennutzungen zuletzt mehr als dreimal so hohe Beträge verlangt worden.
Aufgrund der angespannten Haushaltslage und der Vorgaben der Rechtsaufsicht könne sich die Stadt diese Form der indirekten Sportförderung nicht länger im bisherigen Umfang leisten. Insbesondere im Zusammenhang mit möglichen staatlichen Stabilisierungshilfen müsse die Kommune nachweisen, dass sie ihre Einnahmemöglichkeiten angemessen ausschöpfe.
Die Anpassung an das Gebührenniveau des Landkreises bedeute allerdings keineswegs, dass die städtischen Sporthallen künftig kostendeckend betrieben würden. Auch weiterhin übernehme die Stadt einen erheblichen Teil der tatsächlichen Betriebs- und Unterhaltskosten.
Pötzsch verwies darauf, dass die Anpassung bewusst stufenweise erfolgen solle, um den Vereinen Gelegenheit zu geben, sich auf die veränderten Rahmenbedingungen einzustellen.
Hallenfonds stößt auch bei den Vereinen auf keine Zustimmung
Zur Sprache kam zudem der zuletzt aus der Kommunalpolitik eingebrachte Vorschlag, einen Hallenfonds zur finanziellen Entlastung hallennutzender Vereine einzurichten. Ein entsprechender Antrag der AfD hatte im Selber Stadtrat bereits keine Mehrheit gefunden.
Auch in der Gesamtausschusssitzung zeichnete sich keine Unterstützung für ein solches Modell ab. Weder wurde ein entsprechender Wunsch aus den Reihen der anwesenden Vereinsvertreter formuliert, noch gab es Einwände gegen die ablehnende Haltung des Stadtrates.
Oberbürgermeister Pötzsch erläuterte hierzu die Überlegungen hinter der Entscheidung. Viele Unternehmen unterstützten die örtlichen Sportvereine seit Jahren oder sogar Jahrzehnten unmittelbar. Diese gewachsenen Verbindungen seien ein wichtiger Bestandteil der Vereinsförderung.
Würde die Stadt stattdessen einen zentralen Fonds einrichten, in den Unternehmen einzahlen und aus dem anschließend ausschließlich hallennutzende Vereine unterstützt würden, könne dies nach Ansicht des Oberbürgermeisters neue Ungerechtigkeiten schaffen. Schließlich profitierten nicht alle Sportvereine gleichermaßen von städtischen Hallen.
Die Entscheidung gegen einen solchen Fonds sei daher auch vor dem Hintergrund der bestehenden direkten Unterstützung durch örtliche Unternehmen getroffen worden.
In der Versammlung blieb diese Einschätzung unwidersprochen. Damit wurde deutlich, dass der Stadtverband und die anwesenden Vereinsvertreter keinen Anlass sahen, die bereits im Stadtrat getroffene Entscheidung erneut infrage zu stellen.
Hallenzeiten sollen möglichst genau abgerechnet werden
Im Zuge der Diskussion nutzten Vereinsvertreter die Gelegenheit, praktische Fragen zur künftigen Abrechnung der Hallennutzung anzusprechen. Dabei ging es insbesondere darum, ob tatsächlich genutzte Zeiten oder grundsätzlich die im Belegungsplan vorgesehenen Stunden berechnet würden.
Pötzsch betonte, dass eine möglichst genaue Abrechnung ausdrücklich vorgesehen sei. Änderungen bei den Nutzungszeiten sollten deshalb rechtzeitig an das zuständige Amt für Schule und Sport gemeldet werden. Als Ansprechpartnerin wurde Sindy Böttger aus der Stadtverwaltung genannt.
Zudem sei vorgesehen, die Hallennutzung in halbstündigen Einheiten abzurechnen, um eine möglichst bedarfsgerechte Berechnung zu ermöglichen.
Der aktuelle Hallenbelegungsplan mit Stand vom 5. Oktober 2026 wurde ebenfalls behandelt. Grundsätzliche Probleme oder Einwände gegen die Verteilung der Hallenzeiten wurden dabei nicht vorgebracht.
Umfangreiche Satzungsänderung verabschiedet
Deutlich mehr Beratungsbedarf gab es bei der vorgesehenen Überarbeitung der Satzung des Stadtverbandes. Den Vereinen war der Entwurf bereits im Vorfeld zusammen mit einer Übersicht der Änderungen zugegangen.
In der Versammlung wurden die einzelnen Bestimmungen ausführlich besprochen. Dabei standen insbesondere kurzfristig eingereichte Änderungsanträge des SC Olympia Selb im Mittelpunkt, die dessen Vorsitzender Florian Goßler eingebracht hatte.
Die Vorstandschaft erläuterte die Hintergründe der vorgesehenen Neufassung und ging auf die vorgebrachten Einwände ein. Dabei wurde auch darauf hingewiesen, dass die überarbeitete Satzung im Vorfeld rechtlich geprüft worden war. An dieser Prüfung waren neben Geschäftsführerin Laura Neef, die selbst Juristin ist, auch Nicole Abraham vom Rechtsamt der Stadt Selb beteiligt.
Aufgrund der ausführlichen Diskussion und Aufklärung fanden die Änderungsanträge des SC Olympia Selb in der Versammlung keine Mehrheit. Die vorgeschlagene Neufassung der Satzung wurde schließlich von den Delegierten angenommen.
Angelfreunde sollen sich zunächst vorstellen
Noch keine abschließende Entscheidung fiel über den Aufnahmeantrag der Angelfreunde Blumenthal e.V. Der Verein hatte bereits mit Schreiben vom 24. März 2026 um Aufnahme in den Stadtverband gebeten.
In der Beratung wurde darauf hingewiesen, dass die Angelfreunde nach den geltenden Satzungsbestimmungen zunächst allenfalls als sonstiges Mitglied aufgenommen werden könnten. Hintergrund ist unter anderem die Verbandszugehörigkeit: Der Bezirksfischereiverband Oberfranken, dem die Angelfreunde angeschlossen sind, gilt nicht als Sportverband im Sinne der entsprechenden Satzungsregelungen, sondern als Naturschutz- und Interessenverband.
Aus den Reihen der Delegierten wurde deshalb angeregt, zunächst die Beweggründe für den Aufnahmewunsch genauer zu erfahren. Schließlich einigte man sich darauf, dass sich die Angelfreunde bei der nächsten Versammlung persönlich vorstellen und ihre Vorstellungen von einer Mitgliedschaft erläutern sollen. Eine Entscheidung über die Aufnahme wurde damit zunächst zurückgestellt.
Rückblick auf die Sportlerehrung
Einen weiteren Tagesordnungspunkt bildete der Rückblick auf die Sportlerehrung für das Sportjahr 2025, die am 19. März 2026 im Rosenthal-Theater stattgefunden hatte.
Insgesamt 165 Sportlerinnen und Sportler waren für ihre Leistungen ausgezeichnet worden. Vergeben wurden unter anderem 58 einfache Sportehrennadeln, 35 Sportehrennadeln in Bronze sowie Sportehrenmedaillen in Bronze, Silber und Gold.
Darüber hinaus wurden fünf Sportehrenurkunden und ein Sportehrenbrief der Stadt Selb verliehen. Die Sportehrenurkunden gingen an Rudolf Zimmert, André Benesch, Heinz Matzke und Uwe Grießhammer vom TV Längenau sowie an Jürgen Lautenbacher vom SC Olympia Selb. Letzterer erhielt die insgesamt 100. Sportehrenurkunde der Stadt Selb.
Mit dem Sportehrenbrief wurde Beate Purucker von der Eisstockabteilung des VER Selb ausgezeichnet.
Für die turnerische Umrahmung hatte die Leistungsgruppe der Turnabteilung der TS Selb gesorgt. Jülke-Miedl dankte allen Beteiligten, insbesondere der Stadt Selb, dem Theaterpersonal, dem Ehrenausschuss und ihren Vorstandskollegen, für die Unterstützung bei der Organisation.
Sportlerehrung 2027 bereits in Vorbereitung
Die nächste Sportlerehrung ist für Freitag, 16. April 2027, um 17.30 Uhr im Rosenthal-Theater vorgesehen. Geehrt werden dann die sportlichen Leistungen des Jahres 2026.
Die Vorsitzende appellierte an die Vereine, geeignete Persönlichkeiten für die Verleihung der Sportehrenurkunden und Sportehrenbriefe vorzuschlagen. Entsprechende Vorschläge sollen möglichst bereits bis Dezember eingereicht werden. Für die Meldung der sportlichen Erfolge gilt als verbindlicher Abgabetermin der 3. Januar 2027. Nachmeldungen könnten aufgrund der erforderlichen Vorbereitungszeit nicht mehr berücksichtigt werden. Auch die benötigten Fotos sollten direkt mit den Meldungen übermittelt werden.
Jülke-Miedl verwies darauf, dass insbesondere die langen Lieferzeiten für Ehrennadeln und Medaillen sowie die notwendige Prüfung der Vorschläge durch den Ehrenausschuss eine frühzeitige Planung erforderlich machten.
Stadt hält an Sportförderung fest
Dass die Stadt Selb trotz ihrer schwierigen Finanzlage weiterhin hinter dem Vereinssport steht, wurde auch beim Thema Sportfördermittel deutlich. Für das laufende Jahr stellt die Kommune erneut 40.000 Euro zur Verfügung. Jülke-Miedl bedankte sich ausdrücklich für diese freiwillige Leistung, die angesichts der Haushaltslage keineswegs selbstverständlich sei.
Auch Pötzsch unterstrich, dass die Stadt die Vereinsarbeit weiterhin nach Kräften unterstützen wolle. Bereits in früheren finanziell schwierigen Zeiten habe man an der Auszahlung der Sportfördermittel festgehalten. Daran wolle man auch künftig möglichst festhalten.
Gleichzeitig erinnerte die Vorstandschaft die Vereine an ihre Verpflichtung, die aktuellen Mitgliederzahlen unaufgefordert an den Stadtverband zu melden. Künftig werde es hierzu keine gesonderten Erinnerungsmails mehr geben. Liegen zum Auszahlungszeitpunkt im August keine entsprechenden Zahlen vor, könne lediglich der Sockelbetrag der Sportförderung berücksichtigt werden.
Dank an die Ehrenamtlichen
Zum Abschluss seines Grußwortes würdigte Oberbürgermeister Pötzsch nochmals das Engagement der zahlreichen ehrenamtlich Tätigen in den Selber Sportvereinen. Sein besonderer Dank galt auch der Vorstandschaft des Stadtverbandes, deren Arbeit weit über die Organisation von Sitzungen und Ehrungen hinausgehe. Gerade die umfangreiche Vorbereitung der Satzungsänderung zeige, wie viel Zeit und Verantwortung mit einem solchen Ehrenamt verbunden seien. Mit Blick auf die bevorstehende Wintersaison wünschte er den Vereinen viel Erfolg bei ihren Wettkämpfen und Veranstaltungen.
Die nächste Hauptversammlung des Stadtverbandes ist für Montag, 1. März 2027, um 19 Uhr beim TuS Erkersreuth vorgesehen.
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