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selber wiesenfest25.6.2020 – Von der Stadtkämmerei wurde in der jüngsten Sitzung des Selber Stadtrats die Wiesenfestabrechnung für das Jahr 2019 vorgelegt. Die Abrechnung weist Gesamteinnahmen von 77.710 € aus, denen Ausgaben in Höhe von 133.564 € gegenüberstehen, so dass sich 2019 ein Zuschussbedarf von 55.854 € ergeben hat.

Die Erträge sind im Vergleich zum Jahr 2018 um 1.067 € leicht gestiegen. Im Bereich der Aufwendungen ergab sich eine Steigerung der Kosten um 17.609 €. Das Defizit beim Wiesenfest 2019 stieg gegenüber dem Vorjahr um 16.542 €.

Die Löhne für das Bauhofpersonal (einschl. Sicherheitsdienst) erhöhten sich von 61.861 € auf 63.915 €. Im Bereich Unterhalt der Gerätschaften stiegen die Aufwendungen von 1.059 € auf 5.600 € (Holz für neues Podium ca. 5.000 €) an. Beim Auf- und Abbau der elektrischen Anlagen erhöhten sich die Kosten von 387 € auf 1.697 €. Bei den Musikkosten für den Wiesenfestumzug erhöhten sich die Kosten von 9.493 € auf 11.752 €. Im Bereich der Gutscheine stiegen die Aufwendungen für Bratwurst- und Biergutscheine von 3.041 € auf 4.801 €. Die Fuhrlöhne erhöhten sich von 17.728 € auf 24.132 €. Der Bereich der sonstigen Kosten wies eine Kostenminderung von 8.562 € auf 6.235 € auf.

In Zeiten doppischer Haushaltsführung sei die Kostenaufstellung aus Sicht von Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch transparent und wichtig zugleich. Die interne Berechnung der Löhne lasse das Defizit groß werden, zeige aber auch den Aufwand rund um das Wiesenfest auf.

Kai Hammerschmidt (SPD) sprach vor allem die deutlichen Kostensteigerungen gerade bei den Fuhrlöhnen („Was wird da mehr gefahren?“) und bei den Bier-Gutscheinen (Steigerung von 145 auf 347 Liter - „Wer erhält diese?“) an. Es müsse aus seiner Sicht durch das Erzielen von höheren Einnahmen und gleichermaßen einer Reduzierung der Ausgaben gar gelingen, die Wiesenfest-Rechnung mit einer „schwarzen Null“ abzuschließen.

Zu den Gutscheinen, die unter anderem an die Musik, Lehrer und Ehrengäste gehen, versprach die Kämmerei, die Aufstellung zu detaillieren. Ulrich Pötzsch erklärte, dass man sich im Stadtrat stets dafür ausgesprochen habe, dass, wenn man an den Traditionen rund ums Wiesenfest nichts verändern wolle, man dafür auch Geld ausgeben müsse. Anderweitige Veränderungen müsse man ebenso Rechnung tragen. Als ein Beispiel nannte der Rathauschef, dass einst Lehrer unter anderem beim Linien ziehen auf der Reigen-/Sportfläche angepackt hätten. Das sei heutzutage nicht mehr der Fall, sondern müsse durch das Bauhofpersonal abgedeckt werden. Weitere solcher Beispiele bringe der gesellschaftliche Wandel mit sich.

Dr. Klaus von Stetten (Aktive Bürger) ärgerte sich, dass alle Jahre wieder die gleiche Diskussion aufkomme. Die Ausgaben werden zwar stets kritisiert, konkrete Vorschläge, wie die Ausgaben gesenkt und die Einnahmen erhöht werden könnten, werden jedoch nicht eingebracht.

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