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klinikum fchtelgebirge selb 0221

22.2.2020 – Gültige Leitlinie bestätigt die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) als Goldstandard der konservativen Lymphödembehandlung. Das Klinikum in Selb ist eines von nur noch zwei Krankenhäusern in Deutschland, welches die Behandlung stationär durchführt.- Auch eine ambulante Behandlung wird angeboten.

„Es tut sich endlich etwas in der Versorgung der Lymphödem-Patienten“ freut sich Detlef Krank. Er ist spezialisierter Lymphtherapeuten am Selber Standort des Klinikum Fichtelgebirge und kennt die schwierige Situation der Lymphödem-Patienten aus der täglichen Praxis. Bei Patienten mit einem Lymphödem staut sich die Lymphflüssigkeit in den Armen oder Beinen, anstatt abzufließen. Arme und Beine schwellen dann in der Folge an.

Manuelle Lymphdrainage hilft diesen Patienten bei ihrem chronischen Leiden. Jedoch gab es in der Vergangenheit häufig Probleme bei der mehrfachen Verordnung dieser Therapie: „Die derzeit gültige S2k-Leitlinie bestätigt nun die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (kurz KPE) als Goldstandard der konservativen Lymphödembehandlung. Für Patienten mit Lymphödemen in Stadium II und III können daher nun sogenannte Verordnungen außerhalb des Regelfalls ausgestellt werden“ erklärt Jozef Banik, Oberarzt der Medizinischen Klinik II.

Der sogenannte Regelfall sieht für bestimmte Erkrankungen eine festgelegte Anzahl an Therapieverordnungen vor, die das Budget des Arztes belasten. Diese Anzahl ist im Heilmittelkatalog festgeschrieben. Ist sie erreicht, muss eine mindestens 12-wöchige Verschreibungspause eingehalten werden – für Ödempatienten ein sehr langer Zeitraum, in dem sich das Ödem wieder ausbreiten kann. Wenn also eine dauerhafte Behandlung aus medizinischer Sicht angezeigt ist, kann der behandelnde Arzt eine Verordnung außerhalb des Regelfalls ausstellen.

Das Ziel der Lymphödem-Behandlung ist es, die Erkrankung in einen ödemfreien Zustand bzw. in ein niedrigeres Lymphödemstadium zurückzuführen, Befundstabilität zu erzielen, eine Verbesserung der Lebensqualität zu erreichen ebenso wie die Teilhabe an gesellschaftlichen und beruflichen Lebensbereichen zu verbessern. Außerdem hilft eine erfolgreiche Lymphödemtherapie, weitere Erkrankungskomplikationen zu vermeiden.

 

Lymphdrainage – ambulant möglich 

Die KPE ist eine aus zwei Phasen bestehende Therapie und hat in Selb lange Tradition. Dabei ist die erste Phase die Akutphase, die meistens stationär durchgeführt wird und die zweite Phase – die Erhaltungsphase – findet ambulant statt.

Die Therapie setzt sich aus der Kompressionstherapie und der manuellen Lymphdrainage zusammen. Dabei wendet der Therapeut spezielle Griffe vom Rumpf bis zu den Zehen an, um das Lymphsystem wieder verstärkt zu aktivieren und überschüssige Gewebsflüssigkeit aus den Ödemen abzutransportieren.

„Die erste Phase ist eine intensive Behandlungsphase, in welcher alle Komponenten der KPE möglichst 1–2× täglich angewendet werden“ erklärt Detlef Krank. „Die Therapie wird nur in spezialisierten Einrichtungen mit entsprechender Infrastruktur, wie hier in Selb, durchgeführt.“

 

Über das Zentrum für Lymphologie 

Das Zentrum für Lymphologie am Klinikum Fichtelgebirge hat sich seit 1999 auf die Probleme und Herausforderungen in der Behandlung von Lip- und Lymphödem-Patienten spezialisiert.

Rund 1.200 solcher Behandlungen führt die Physikalische Abteilung in Selb pro Jahr durch. Rund 100 stationäre Patienten verzeichnet die Lymphologie pro Jahr.

Auch ambulant werden die Leistungen der Physikalischen Abteilung im Haus Selb angeboten. Erforderlich ist ein Rezept über Manuelle Lymphdrainage, je nach Diagnose über 30, 45 oder 60 Minuten.

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Bild: Lymphtherapeut Detlef Krank führt bei einer Patientin die intermittierende pneumatischen Kompressionstherapie durch. Sie ist Bestandteil der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie.

selb-live.de – Presseinfo Klinikum Fichtelgebirge

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