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12.1.2019 - Im Rahmen des Neujahrsempfangs der Stadt Selb galt Moritz Hegy sowie Sibylle und Rudolf Pruchnow nicht nur ein besonderer Willkommensgruß des Oberbürgermeisters. Sie erhielten für ihren jeweiligen Verdienst in vielerlei Hinsicht um das Wohl dieser Stadt eine offizielle Medaille,

zudem eine von Reinhard Wiedenbeck aus Porzellan gefertigte Urkunde und einen Blumenstrauß. Außerdem durften sich die Geehrten ins „Goldene Buch der Stadt Selb" eintragen. Die Ehrungen hatte der Stadtrat zuvor in einer Sitzung beschlossen. Der Wortlaut der jeweiligen Laudatio von Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch:

 

Sibylle und Rudolf Pruchnow

Das Ehepaar Pruchnow setzt sich seit Jahrzehnten unermüdlich für sozial benachteiligte Mitmenschen ein. Bereits im Jahr 1976 organisierte Herr Pruchnow ein Benefizkonzert, dessen Erlös er gesamthaft an die Selber Kindergärten und den Behindertenclub Selb spendete.

Ab 1987 initiierten, realisierten und organisierten Sibylle und Rudolf Pruchnow insgesamt 16 Wohltätigkeits-Fußball-Turniere. Hierfür war immenser persönlicher Aufwand vonnöten – sowohl zeitlich als auch finanziell. Nicht nur der Turnierbetrieb musste bewerkstelligt werden, auch eine Tombola, die stets Teil der Turniere war, war vorzubereiten. Selbst die Verteilung der Bettelbriefe und das Einsammeln der Geschenke wurden persönlich erledigt um Versand- und Portokosten zu sparen. Das Ziel war es den Reinerlös der Veranstaltungen so wenig wie möglich zu belasten. Knapp 73.000 Euro wurden bei den Turnieren erwirtschaftet, die der Multiple Sklerose-Gruppe Selb-Schönwald zugutekamen. Mit diesen Spenden wurde ein Fahrdienst für rund 30 Patienten zu gemeinsamen Ausflügen und monatlichen Treffen finanziert.

neujahrsempfang selb 2020 5Dem jedoch nicht genug – im Jahr 2006 gründeten die engagierten Eheleute in Zusammenarbeit mit den Maltesern die „Selber Tafel“. Auch hierfür benötigte das Ehepaar keinen Auftrag oder gar eine Anweisung. Wieder eine Arbeit die in kompletter Eigeninitiative, ehrenamtlich und unentgeltlich erledigt wurde. Das Ehepaar Pruchnow war wöchentlich teilweise bis zu 20 Stunden ehrenamtlich im Einsatz.

Nach 12 Jahren erfolgreicher Leitung der Selber Tafel übergab das Ehepaar Anfang 2019 das Ehrenamt an seinen Nachfolger.

Anlässlich einer großen Dankesfeier wurde die hervorragende Arbeit der beiden gewürdigt. Im Rahmen dieser Veranstaltung erhielt Rudolf Pruchnow die Malteser-Verdienstplakette in Silber. Frau Sibylle Pruchnow bekam für 45 Jahre Mitgliedschaft beim Malteser-Hilfsdienst die Malteser-Verdienstplakette in Gold verliehen.

„Alles ist sauber, geordnet, und die Vielfalt des Angebots deckt Woche für Woche Not und Bedürfnisse. Neben den Nahrungsmitteln, die Sie ausgeben, geben Sie den Menschen aber auch eine Portion Liebe und Geborgenheit mit - Dinge, die man nicht kaufen kann.", so lautet ein schönes Zitat der Diözesanleiterin in ihrer Dankesrede.

Sibylle und Rudolf Pruchnow geben ein Beispiel für Eigeninitiative zum Wohle ihrer Mitmenschen, das seinesgleichen sucht. Sie bringen ihr Mitgefühl und ihre Solidarität für unsere, vom Schicksal weniger gut behandelten Mitmenschen, mit Taten zum Ausdruck. Ihrem Handeln gebührt größte Anerkennung.  

 

Moritz Hegy

Der gebürtige Selber Moritz Hegy hat schon in der Schule immer „a weng mehr“ gemalt als verlangt. Dieser Vorliebe folgend absolvierte er eine Ausbildung zum Porzellanmaler. Seinem erlernten Beruf, oder besser gesagt seiner Berufung, ging er bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2003 nach.

Privat hat sich Moritz Hegy selbst die Fähigkeit angeeignet, Bilder mit Porzellanfarben auf glasierte Porzellanplatten zu malen. Vor etlichen Jahren versuchte er sich an Porträts. Dabei bestand für ihn die Herausforderung darin, Schatten, Lichtfall und Tiefe wiederzugeben. Und das mit Farben, die sich beim Brennen verändern und danach nicht mehr korrigiert werden können. Eine Technik, die nahezu einmalig ist.

Sein Können zeigt er auch heute noch als sogenannter „Schaumaler" im Outlet Center Selb und beim traditionellen Fest der Porzelliner. Die „Kunst auf Porzellan“ neujahrsempfang selb 2020 6konnten bereits viele Interessierte anlässlich seiner Ausstellungen im Rathaus oder im Rosenthal-Theater bewundern.

Auch sonst ist er sehr präsent. Beispielsweise hat er die Geschichte zu einer alten Porzellanuhr, der „Uhr des Lebens", die 1936 von Richard Rother in Kitzingen entworfen und an der Porzellanfachschule in Selb hergestellt wurde, auf einer Porzellanplatte niedergeschrieben. Nun hängt diese Uhr samt Tafel in der Mensa der Bogner-Mittelschule in Selb.

Auch einige Selber Oberbürgermeister hat er auf Porzellan porträtiert. Die Bilder, Geschenke an die Stadt Selb, sind in einer kleinen Galerie im 1. Stock des Selber Rathauses zu sehen.

Erst letztes Jahr hat Moritz Hegy die Porzellantafeln zur Selber Stadtgeschichte (am Gebäude des ehem. Spielwarengeschäftes Wölfel in der Pfaffenleithe) erneuert. Eine wahre Mammutaufgabe.

Dabei ist Moritz Hegy nie auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Er macht das alles unentgeltlich.

 

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