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buergerversammlung selb 201917.10.2019 - Etwas mehr als zwei Stunden lang dauerte die kurzweilige Bürgerversammlung der Stadt Selb in der Jahnturnhalle. Und dass diese alljährlich im Oktober stattfindende Veranstaltung wiederum so gut besucht wurde, das erfreute Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch besonders.

Vor allem auch, weil die Stadt ohnehin schon vielfältige und gerne angenommene Informationsveranstaltungen anbiete. „Wir sind eine Mitmachstadt“, jubelte er, wohlwissend, dass sich „Selb auf einem sehr guten Weg befindet, der in Zukunft von Erfolg gekrönt sein wird!“ Die Mitarbeit aus der Bürgerschaft sieht er dazu als ein ganz starkes Zeichen.

Letzteres sieht das Stadtoberhaupt mit Blick auf die Bayerischen-Tschechischen Freundschaftswochen im Jahr 2023. Mittlerweile seien die insgesamt elf investiven Maßnahmen nicht nur sehr gut vorbereitet worden, sondern erfahren demnächst auch nach und nach eine Umsetzung. Und diese begleite man aus vollster Überzeugung, konnten hierfür trotz Schuldenabbaus gar Rücklagen gebildet werden. Wirtschaftlich stehe die Kommune hervorragend da, die Unternehmen investieren in hohem Maß am Standort. „Wir können frohen Mutes in die Zukunft blicken“, so Pötzsch. Anerkennung erhielt er vom stellvertretenden Landrat Roland Schöffel. „Selb ist eine Vorzeigestadt im Landkreis“, hofft er gleichermaßen, dass die Ankündigungen zum Neubau und der Erweiterung der Schule für Produktdesign zu einem Hochschulstandort auch tatsächlich umgesetzt werden. „Hierfür müssen wir über alle Parteien hinweg gemeinsam kämpfen!“

Nach den Begrüßungsworten des Rathauschefs präsentierte Nadja Hochmuth aus dem Amt für Wirtschaftsförderung und Tourismus einen kurzen Umriss über die Geschehnisse in den vergangenen Monaten. Sie berichtete über einige Geschäftseröffnungen und weit über 100 Millionen Euro Gesamtinvest der hiesigen Unternehmen in den vergangenen sechs Jahren. Derzeitige Großinvestitionen der Unternehmen am Standort lassen weiter positiv in die Zukunft blicken. Beispielhaft nannte sie die Entwicklungen rund um das Outlet Center Selb bis hin zu Erweiterungen bei den Firmen Vishay, Kirschneck Folien, Kyocera und BKW.

Ebenso berichtete Hochmuth im Bereich Tourismus von einer guten Resonanz des Wohnmobilstellplatzes. So konnte hier in diesem Jahr der mittlerweile 3.000 Gast begrüßt werden. Viel Lob gebe es dabei immer wieder über diese Einrichtung. Auf Messebesuchen in Nürnberg, Dresden und München habe man für den Stellplatz als auch für die Stadt selbst großes Interesse in Erfahrung bringen können. Wiederum über 40.000 Übernachtungen im Jahr sind eine erneut stolze Zahl. Hinzu kommen zahlreiche Tagestouristen. Auch im kommenden Jahr wird sich Selb zusammen mit der Touristzentrale Fichtelgebirge und teils mit dem Porzellanikon auf mehreren Messen präsentieren. Beschilderungen über Übernachtungsmöglichkeiten und Gastronomie entlang des Brückenradwegs und an zentralen Punkten in der Innenstadt über den Perlenradweg sowie die langwierige aber in Kürze umgesetzte Neuauflage samt Info-Stelen beim „Roten Faden“ fanden ebenso Erwähnung. Hochmuth ging außerdem auf einige durchgeführte Veranstaltungen ein. Berichtet wurde vom Stadtmagazin „Selbstportrait“ über die Nutzung von sozialen Medien im Bereich der Werbung und Kommunikation bis hin zu Merchandising-Artikeln wie dem erhältlichen Selb-Regenschirm. Das Bewerbungsverfahren für das Siegel „Fair-Trade-Town“ laufe. Das in Selb initiierte Jugendtaxi und mittlerweile auch im Landkreis als Fifty-Fifty-Taxi umgesetzte Angebot, bei dem Jugendliche nur den halben Taxi-(Mietauto)Fahrpreis zahlen müssen, erweise sich als großer Erfolg. Auch das eingeführte Car-Sharing-Model sei gut nachgefragt. Die konzeptionelle Neuausrichtung des Wochenmarktes komme sehr gut an.

Baudirektor Helmut Resch gab einen kleinen Überblick über das Baugeschehen. Mit der Bearbeitung einer Reihe von Bauvorhaben sei man beschäftigt gewesen. Einfamilienhäuser, Umbauten, gewerbliche Maßnahmen, Abbrüche, dazu Nutzungsänderungen sowie einige Betreuungen zeigt die stolze Bilanz, zu der auch Grundstücksgeschäfte gehören. Gerade in diesem Bereich sei die Nachfrage groß. Das insbesondere auch bei den neuen Baugebieten Kappel und Stopfersfurth. Viele Bauleitplanverfahrens, wie die der „Neuen Mitte“, die Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK), die Umsetzung von Projekten aus dem Masterplan Innenstadt, einiges stehe derzeit auf der Agenda, die gute konjunkturelle Lage ziehe allerdings auch so manch Verzögerung mit sich, wie Resch betonte, der beispielhaft die Passage zwischen der Ludwig- und der Schillerstraße erwähnte, in der die Fertigstellung wohl erst im nächsten Jahr erfolgen wird.

Die Erweiterung der Löschwasserversorgung, die systematische Erfassung aller Straßen und Priorisierung in Sachen Sanierungsmaßnahmen, die Erschließung der Baugebiete Kappel, Stopfersfurth und an der Hartmannstraße, Sanierungsmaßnahmen mehrerer öffentlicher Einrichtungen wie unter anderem beim Rathaus oder dem Neubau des Kindergartens in Erkersreuth nannte der Baudirektor in seinen Ausführungen. Der Umbau des Marienplatz zu einem Kreisverkehr werde im kommenden Jahr eine Großbaustelle. Im Jahr 2020 umgesetzt sollen außerdem die mit langer Vorbereitung im Zuge der Freundschaftswochen Selb 2023 geplanten Maßnahmen im Rosenthal-Park und am Grafenmühlweiher als auch am Selbbach, an dem auch ein Wasserspielplatz entstehen soll. Die Sanierung der Christoph-Krautheim-Straße werde in einem ersten von zwei Bauabschnitten saniert. Das Umfeld an den Bahnhöfen Selb und Selb-Plößberg als auch der zentrale Busbahnhof an der Schillerstraße werden in die konzeptionelle Phase zur Umsetzung im Jahr 2021 gehen.

Seitens der Bürgerschaft wurde die Möglichkeit zur Wortmeldung gerne angenommen. Olaf Dräger lobte zunächst die Arbeit seitens der Touristinfo. Anfragen von potentiellen Gästen würden umgehend an entsprechende Vermieter weitergegeben Allerdings ärgert er sich darüber, dass in der Bürgerversammlung aufgeführten Veranstaltungen unter anderem die Kunstnacht keine Erwähnung fand. Hierzu meinte Oberbürgermeister Pötzsch, dass nur exemplarisch Veranstaltungen aufgeführt wurden, die Nennung zahlreicher gut besuchter Events den Rahmen der Versammlung sprengen würde. Auf den einstigen Gropius-Plan baue man seitens der Stadt noch immer im Rahmen des ISEK als Grundlage auf, die Vermarktung von Eigentumswohnungen an der Hartmannstraße sei zufriedenstellend als auch die Fieranten sehr zufrieden mit dem überarbeiteten Wochenmarkt-Konzept seien und hier alle an einem Strang ziehen würden, wie Pötzsch auf die weiteren Fragen einging.

Zugeparkte Gehwege im Wohngebiet Kappel und im Bereich des Wendehammers in der Siemensstraße, der Vorschlag zur Umwidmung des Place de Beaucouzé zum Parkplatz bzw. Wendemöglichkeit von der Maximilianstraße aus kommend, die Frage zu Baumfällungen und gewünschten weiteren Barrierefreiheiten in der Ludwigstraße sowie Straßenschäden im Bereich der Reuthbergsiedlung wurden angesprochen. Auch das Thema Polizeipräsenz und der Vorschlag, hier eine gesonderte Bürgerversammlung durchzuführen, fand kurz Erwähnung. Hierzu erläuterte Oberbürgermeister Pötzsch, dass zum einen immer wieder der Weg über die Öffentlichkeit gewählt werde. So zuletzt wieder im Rahmen einer Stadtratssitzung, bei der man sich haben direkt vor Ort habe informieren können. Der Rathauschef erwähnte, dass man sich schon seit Jahren parteiübergreifend für mehr Personal bei der Polizei einsetze – und das, obwohl man sich glücklich schätzen könne und von vielen Städten gar beneidet werde, dass man neben der Landespolizei auch den Zoll, die Grenzpolizei und die Bundespolizei direkt vor Ort habe. Fakt sei, dass man gemeinsam weiter Druck machen und sich für mehr Personal stark machen müsse, es jedoch falsch sei, hieraus ein Wahlkampfthema zu machen und die Bevölkerung so zu verunsichern, dass die Bevölkerung gar glauben müsse, es sei in Selb gar keine Polizei mehr vorhanden. Worte, die in der Versammlung mit großem Applaus bedacht wurden.

Im Zuge der Baumaßnahmen in der Hohenberger Straße wurde angemerkt, dass der Dürrlohweg verstärkt genutzt wurde, dieser folglich noch mehr Schlaglöcher als zuvor aufweise. Diesem Hinweis werde die Stadtverwaltung nachgehen, versprach Pötzsch. In diesem Zusammenhang erklärte er, dass es mittelfristig ein Ziel sei, die Jahnstraße mit dem E-Center als auch mit dem Vorwerk inklusive dem Erschließen von Wohnbaugrundstücken zu verbinden.

Voraussichtlich Anfang des nächsten Jahres dürfte seitens des Staatlichen Bauamt der Bau des Radwegs zwischen Selb und Silberbach erfolgen, wie weiter auf Nachfrage mitgeteilt wurde.  buergerversammlung selb 2019

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