seifenkiste17.6.2017 - Ein bisschen haben sie was von einem UFO, die „Cariolis“. Die Seifenkisten aus Holz sind ziemlich flach und werden von zwei Menschen gesteuert, die dabei auch noch bäuchlings auf den Flitzern liegen. „Das sind ziemlich interessante Fahrzeuge“, sagt Silke Fischer lachend. Sie ist die Leiterin des Selber

Jugend- und Kulturzentrums Jam und die „Mutter der Kompanie“ – zumindest für den Arbeitskreis Seifenkistenrennen. Das Team Ehrenamtlicher lädt am Sonntag, 25. Juni, 10 Uhr, zur fünften Auflage des Söllwa Soifnkistnrennas ein. 31 Teams haben sich angemeldet, darunter auch die Vorjahressieger vom „Vishay Racing Team“. Die haben sich 2016 den ersten Platz mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung vor dem Team Jam gesichert. Die jungen Leute vom Jugendzentrum setzen deshalb heuer zur Aufholjagd an.

In zwei Kategorien starten die Fahrer, nämlich Amateure und Profis. Die Aufteilung ist nötig, immerhin gehen auch Teilnehmer des Mitteldeutschland-Cups an den Start, darunter auch einige Fahrer, die schon bei Europameisterschaften angetreten sind. Zwar bringen auch diese Gruppen Spaßfahrzeuge mit – manche erinnern sich gewiss noch an den „Fliegenden Teppich“ und einen rollenden Maulwurfshügel – aber ihre Rennkisten sind hochgezüchtete Sportgeräte, die üblicherweise auf Strecken wie dem Sachsenring fahren.

seifenkiste selbSchnell können sie werden, die Kisten. Deshalb legen die Veranstalter auch großen Wert auf die Sicherheit. Tobias Bungart und sein Team von der technischen Überwachung inspizieren jede einzelne Kiste vor dem Rennen. „Keine Bremsen, keine Party“, heißt das inoffizielle Motto der Gruppe, die jedes Gefährt auf seine Streckentauglichkeit hin überprüft. „Sicherheit geht einfach vor“, sagt Tobias Bungart. Bislang ist das Söllwa Soifnkistnrenna ohne ernsthafte Verletzungen abgelaufen, ungefährlich ist es aber nicht. Stürze und Crashs hat es schon gegeben, vor allem die „Drecksaukurve“ von der Bahnhof- in die Heinestraße lehrt die Fahrer den Respekt vor der Physik.

Sicherheit ist auch ein wichtiges Thema für Alexander Meier, der die Streckenposten koordiniert. Die sollen verhindern, dass Zuschauer über die Strecke laufen. Immerhin schaffen einige der Fahrzeuge gut 30 Stundenkilometer. „Ich möchte bei diesem Tempo nicht von einer Kiste mit 80 Kilo Gewicht getroffen werden“, sagt Alexander Meier. Um den Aufbau der Strecke kümmert sich eine Gruppe, zu der Sebastian Pohl gehört. „Wir haben uns im vergangenen Jahr eine schöne Strecke mit ein paar fordernden Schikanen einfallen lassen. Die wird dieses Mal ähnlich aussehen“, verspricht er. Fahren können die Kisten aus Sicherheitsgründen nur einzeln, dafür auf einer anspruchsvollen Route durch Hindernisse hindurch. Zweihundert Strohballen und 220 Absperrgitter sichern die neuralgischen Punkte an Bahnhofs- und Heinestraße, und zirka 800 Reifen die Fahrbahn. Um all das rechtzeitig an der Strecke zu haben, beginnen die Aufbauarbeiten beizeiten. Alexander Jäger, Sprecher des Arbeitskreises, wird um Mitternacht zusammen mit Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch die Strecke absperren; danach beginnen die Aufbauarbeiten. Das Team bittet deshalb alle Anwohner daran zu denken, ihre Autos rechtzeitig zu parken oder aus dem „Sperrgebiet“ zu fahren. Zwischen 3 und zirka 23 Uhr kann niemand motorisiert in Bahnhof- und Heinestraße. Ohne zahlreiche Helfer wäre das nicht möglich; neben dem Kreis von rund 30 Ehrenamtlichen unterstützt beispielsweise auch das THW die Veranstaltung, und Freiwillige kümmern sich um das Kinderprogramm.

Und die Köche und Bäcker, Griller und Spießer natürlich: Erdbeerspieße und Kuchen wird es zum Beispiel am Stand von Familie Beck geben. Der steht am Parkplatz des Factory In, wo es wieder eine kleine Feiermeile geben wird. Familie Pausch von der „Mugglbude“ bietet Bratwürste an, „Naschbär“ Martin Fuhrmann Süßigkeiten. Und an der Getränkebude gibt es nicht nur Limo und Bier, sondern auch Stimmzettel: Wie in jedem Jahr, sollen nicht nur die schnellsten Kisten gekürt werden, sondern auch der „Sieger der Herzen“. Im vergangenen Jahr ging dieser Titel ans Team „Inglorious Bastards“; ihr Bild ziert deshalb auch die Plakate und Flyer, die Tamara Paulun vom Jugend- und Kulturzentrum Jam gestaltet hat. „Tausend Flyer und hundert Plakate sind im Umlauf, außerdem gibt’s ständig aktuelle Infos auf der Facebookseite ,Söllwa Soifnkistnrenna‘.“ Dort gibt es auch den Link zur Homepage, die Joachim Benker aufgesetzt hat. Neben Infos zu den Teams gibt es dort am Renntag selbst auch alle aktuellen Zeiten zu lesen. Benker ist Teil des Teams Creative Showtechnik, das sich eben um die Technik beim Söllwa Soifnkistnrenna kümmert. „Wir verlegen gut eineinhalb Kilometer Kabel an der Strecke“, sagt der Chef Daniel Geyer; schließlich muss Moderator Oliver Kremenovic überall gut zu hören sein. Ob das gelingt, erlebt man am besten selbst: am 25. Juni beim 5. Söllwa Soifnkistnrenna.

 

Info

Am Sonntag, 25. Juni, findet das fünfte Söllwa Soifnkistnrenna statt. Um 10 Uhr beginnt nach der Begrüßung das freie Training der Fahrer, um 13 Uhr starten die Wertungsläufe. Gegen 16.45 Uhr wird „HerozZ“, die Tanzgruppe des Jam, am Factory In auftreten, wo um 17 Uhr auch die Siegerehrung ist. Die Sieger werden wie immer in einem Meer aus Seifenblasen gekürt – also bitte Pustefix & Co. mitbringen. Den ganzen Tag gibt es hier Speis und Trank sowie eine Hüpfburg und Kinderschminken für die Kleinen.

selb-live.de – Presseinfo JAM - Jugend- und Kulturzentrum