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europan15 selb freundschaftswochen bahnhofsareal27.11.2020 - Im Zuge des Bayerisch-Tschechischen Freundschaftswochen 2023 wurde in Selb unter anderem das Bahnhofsareal als Pilotprojekt identifiziert. Dieses soll funktional und optisch aufgewertet werden. Der städtebauliche Ideenwettbewerb „Europan 15“ soll hierfür verschiedene Optionen aufzeigen.

So galt als Aufgabenstellung für den Wettbewerb ein Quartierskonzept für das Bahnhofsareal zu entwerfen. Dieses soll barrierefreies Wohnen & Erholen, aber auch urbanes Leben & Arbeiten in einem Bahnhofs- und Industriekontext ermöglichen. Zudem soll das Areal als intermodularer Verkehrsknotenpunkt dienen und für den öffentlichen Raum, unter Beachtung ökologischer Aspekte, attraktive Aufenthaltsräume sowie Qualitäten für Fußgänger und Radfahrer geschaffen werden.

In der April-Stadtratssitzung wurde das Wettbewerbsergebnis vom Stadtrat zur Kenntnis genommen sowie das in einem Workshop ausgearbeitete Konzept gebilligt. Auf dessen Grundlage sollte eine Weiterentwicklung des Entwurfs erfolgen.

Angepasst an die aktuellsten Entwicklungen hinsichtlich des Grunderwerbs des Bahnhofsgeländes von der Deutschen Bahn, erfolgte eine Überarbeitung des Siegerentwurfs für das Areal hin zu einem umsetzbaren Nachnutzungskonzept. Mehrere ausgearbeitete Varianten wurden dem Stadtrat in dessen Sitzung am Mittwochabend vorgelegt.

 

Zusammenstellung Eckdaten

Gebäudekubaturen

Mehrzweckhalle 36 x 18 m

Kindergarten 58 x 18 m inkl. großzügiger Freiraum mind. 800 m

Wohnungsbau 26 x 12 m (15 Wohneinheiten, verteilt auf 3 Etagen 2- bis 4-Zimmerwohnungen; Dreispänner vorgesehen)

 

Stellplätze

Private Stellplätze 15 Stück

öffentliche Stellplätze 10 Stück

Carsharing 2 Stück

Stellplätze für E-Bikes 10 Stück

Stellplätze für KiTa

 

Fokus | Parameter

Setzung des Quartierplatzes muss städtebaulich klar erkennbar sein

Grundbausteine (Wohnungsbau, Multifunktionshalle, KiTa, Mobility Hub) müssen selbstständig Freiraumqualitäten schaffen

Prinzip der Promenade wird weiterverfolgt

Gebäudenutzungen bei Weiterentwicklung des Quartiers sind vielseitig vorstellbar

 

Favorisiertes Konzept – Bebauungsstruktur

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Wie Bauamtsleiter Helmut Resch erklärte, muss die einst angedachte „Multifunktionshalle“ aus den Planungen herausgenommen werden. Diese sei nicht förderfähig. Wolfgang Kreil (CSU) ergänzte hierzu, dass man folglich auch nicht die Last der laufenden Kosten beim Unterhalt dieser Halle habe. Resch erklärte, dass stattdessen ein weiterer Wohnungsbau in Betracht fallen könnte. Für einen bereits geplanten mehrgeschossigen Wohnungsbau wird sich die SelbWERK verantwortlich zeichnen. Die Gesellschaft sei aus bayernweit zehn verschiedenen Projekten ausgewählt worden, dieses auf einer „recycelten Fläche“ umzusetzen. Eine entsprechend hohe Förderung werde hierbei in Aussicht gestellt. Dies wurde auch auf Anmerkung von Wolfgang Kreil begründet, der meinte, dass man vielmehr in der Innenstadt einige bauliche Aufgaben bewältigen müsse, um hier Wohnraum zu schaffen. Weiter berichtete Resch, dass auch seitens eines Investors Interesse an einen dortigen Wohnungsbau bestehe.

Walter Wejmelka merkte zum Konzept an, dass Fuß- und Radwegeverbindungen von der Kappel über das Areal in Richtung Innenstadt nicht außer Acht gelassen werden dürfen.

Noch genau geklärt werden muss die genaue Platzierung der Kindertagestätte. Seitens der Stadtverwaltung wird dieser im nördlichen Bereich des Geländes favorisiert. Eine genaue Konzeption des Kindergartens soll im Jahr 2021 erfolgen, der Neubau selbst dann im Jahr 2022.

 

Die nachfolgende Phasenentwicklung dient zur Veranschaulichung der Quartiersentwicklung. Wichtig hierbei ist die Gewährleistung der Funktionsfähigkeit und Aufenthaltsqualität jeder einzelnen Phase. Jede Phase sollte als Abschnitt alleine funktionieren können. Ziel des Quartiers ist über mehrere Jahre ein städtebauliches Gesamtgefüge zu erstellen.

 

Phase 0

Diese sieht einen Zustand mit geringfügigen Aufwertungsmaßnahmen vor. Die maroden Bestandsgebäude werden abgerissen. Die im Nordosten und Südwesten befindlichen Flächen werden durch eine Blumenwiese aufgewertet. Der Birkenhain erhält eine zielorientierte Richtung nach Asch im Osten bzw. zum Lokschuppen im Westen. Das Projektgebiet wird durch die Maßnahmen aktiviert und bietet Aufenthaltsqualität.

 

Phase 1

Diese Phase ist in Verbindung mit den Freundschaftswochen im Jahr 2023 zu bringen. Die Ausbildung eines Quartiersplatz erfolgt teilweise durch temporäre Raumkanten (z.B. Zelte) als auch gebaute Raumkanten (z.B. Kita). Der Quartiersplatz soll für die Freundschaftswochen als Ort des Zusammenkommens dienen. Für eine bessere Anbindung ist die Erstellung eines Mobility Hubs von Vorteil. An die Promenade der Freundschaft, die durch den Bestandsbirkenhain führt, gliedern sich kleine Hütten an. In diesen kann das Programm „Artist in Residence“ umgesetzt werden.

 

Phase 2

Diese Phase ist circa mit dem Jahr 2025 in Verbindung zu bringen. Raumkanten des Quartiersplatzes werden in gebaute Form umgesetzt. Hierbei ist der Schwerpunkt auf die Kita und den experimentellen Wohnriegel gelegt. Diese Gebäudekonstellation umfasst den Quartiersplatz.

 

Phase 3

Die Phase 3 erfolgt die Abschiebung der Quartiersentwicklung. Werkhallen, Atelierhäuser und Wohnbauten lassen das Gesamtgefüge entstehen. (Grafik Europan)

Gerade dieser Mix in der Endstufe sei ein gewünschtes Ziel. Helmut Resch erklärte auch, dass bestehende Gleisanlagen in einer Promenade, die sich als „Grüne Zunge“ über das Gelände strecken soll, „als Erinnerung“ bestehen bleiben können.

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