ver selb 0817211.8.2017 – Die Wölfe-Fans lieben Ihren Herbert Geisberger als zuverlässigen Torjäger und Vorlagengeber. Kein Wunder, denn 188 Tore und 262 Vorlagen in 279 Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Seit 2011 stürmt der gebürtige Bad Aiblinger an der Seite

seiner beiden kongenialen Sturmpartner Kyle Piwowarczyk und Jared Mudryk. Dass der 32jährige jedoch auch ein leidenschaftlicher Läufer ist und schon an zahlreichen Halbmarathons in der Region teilnahm, wissen vermutlich nur wenige. Auch in diesem Jahr packte Herbert das Lauffieber und nahm beim Fichtelgebirgs-Halbmarathon Mitte Juli teil. Von Leupoldsdorf nach Bad Alexandersbad – so die 21,1 Kilometer lange Strecke, die Herbert Geisberger nach 2 Stunden, 7 Minuten und 10 Sekunden erfolgreich zurücklegte…

 

Was tut mehr weh? 60 Minuten Eishockey oder der Anstieg in Fahrenbach vorbei am Golfplatz in Richtung Kösseine?

Herbert Geisberger: Das kann man schlecht miteinander vergleichen. Beides ist sicherlich anstrengend und erfordert den nötigen Biss. Auf jeden Fall machen 60 Minuten Hockey mehr Spaß.

 

Bist Du zufrieden mit Deiner Zeit?

Herbert Geisberger: Ja, das bin ich. Ich war eine gute halbe Stunde schneller als bei meinem ersten Fichtelgebirgs-Halbmarathon und erster unter allen Teilnehmern der Selber Wölfe (lacht – vermutlich weil er der einzige Starter aus dem Mannschaftskader war)

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ver selb 08172Hattest Du während des Laufs einen Blick für die Landschaft?  

Herbert Geisberger: Anhand meiner Zeit kann man ja erkennen, dass es kein Dauersprint war. Von daher konnte ich den Blick schon umherschweifen lassen. Ein Zitronenfalter hat mich gegen Ende ein Stück begleitet. Ich bin mir nicht sicher, ob er mich anfeuern oder mit seinem geschmeidigen Flügelschlag verhöhnen wollte. Das mag ich an längeren Läufen: Da kann ich abschalten und die Natur genießen. Beim Eishockey sind augenscheinlich ganz andere Stärken gefragt als beim Ausdauersport.

 

Wie kam die Idee am Fichtelgebirgs-Halbmarathon teilzunehmen und wie passt das ins Sommertraining?  

Herbert Geisberger: Meine erste Teilnahme war vor etwa fünf Jahren. Das war mehr so aus einer Laune heraus. Ich habe kurz vorher davon gehört und mich für den Marathon (42,2 Kilometer) angemeldet. Bis zu dem Zeitpunkt war die weiteste Distanz, die ich gelaufen war, so um die 15 Kilometer. Aber ich habe mir gesagt: Was soll man für einen Marathon denn schon großartig trainieren? Am Start beginnt man zu Laufen und im Ziel hört man dann halt wieder auf. Es waren dann sehr, sehr zähe 5 ½ Stunden und ich denke, etwas Vorbereitung hätte nicht geschadet. Aber die Halbmarathondistanz (21,1 Kilometer) passt ganz gut in die Eishockeyvorbereitung in Bezug auf die Grundlagenausdauer, welche wichtig für die Kondition für den gesamten Saisonverlauf ist. Und der Zeitpunkt hinsichtlich der kommenden Saison ist auch in Ordnung, da in der Endphase der Vorbereitung andere Schwerpunkte, wie beispielweise Schnelligkeit gesetzt werden.

 

Hältst Du Dich im Sommer ausschließlich alleine fit oder suchst Du Gleichgesinnte, um in der Gruppe zu trainieren?

Herbert Geisberger: Die längeren Läufe mache ich alleine. Zweimal pro Woche trainieren wir gemeinsam mit unserem Fitnesstrainer Tobias Hoffmann. Das sind dann auch Einheiten, die man alleine vielleicht weniger konsequent durchziehen würde. David Hördler und ich haben dann noch ein paar Einheiten während der Mittagspausen in unseren Alltag integriert. Und da kann ich schon mal verraten, dass die Fans sich bei David auf ein paar unbarmherzige, presslufthammermäßige Schlagschüsse freuen dürfen.

 

Gibst Du uns einen kurzen Einblick, wie die Trainingseinheiten in den kommenden Wochen aussehen, bis es endlich aufs Eis geht…

Herbert Geisberger: Jetzt zum Ende der Sommervorbereitung stehen mehr Sprinteinheiten als lange Läufe auf dem Programm. Auch im Studio wird auf Schnellkraft statt auf Masse trainiert. Und schließlich werden dann einige Jungs in Eger schon ein paar Mal aufs Eis gehen, damit wir zum Auftakt in Selb Anfang September nicht alle Rumstolpern wie „Bambi auf dem Eisteich.

 

Ein Blick auf die kommende Saison: Unser Kader hat sich in der Defensive stark verändert. Können die Neuzugänge die weggefallenen etablierten Kräfte kompensieren?

Herbert Geisberger: Dazu kann ich nichts sagen. Ich habe keinen der Neuzugänge bisher spielen sehen. Wir werden uns bemühen, die Neuen schnell zu integrieren, dann werden sie ihr Potenzial auch aufs Selber Eis bringen.

 

Die Konkurrenz hat zum Teil ganz schön aufgerüstet. Welche Rolle werden die Wölfe in der kommenden Saison spielen?  

Herbert Geisberger: Ich sehe die Starbulls Rosenheim, auf die ich mich besonders freue, als Favorit. Auch andere Mannschaften sehen auf dem Papier sehr stark aus. Im Vergleich dazu kann ich uns selbst aufgrund der Kaderänderungen noch nicht exakt einschätzen. Es wird sicherlich nicht leichter werden. Wir werden uns ab Anfang September intensiv auf dem Eis auf die kommende Saison vorbereiten. Dann werden wir sehen, wo wir nach dem ersten Viertel stehen. I gfrei mi jedenfalls saumäßig, dass es nun bald wieder losgeht, auf die Jungs in der (vielleicht neuen) Kabine und auf viele Ehrenrunden nach Wölfe-Siegen. Denn ans Eishockey, da kommt halt auch kein noch so schöner Landschaftslauf ran, gell!

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